Ironie … Oder wie man die Neue Weltordnung linguistisch bereichert

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Ironie … Oder wie man die Neue Weltordnung linguistisch bereichert
Datum: 20.12.2021, 11:59

Hier hat sich in klerikalen, bolschewistischen, faschistischen und postdemokratischen Tyranneien das Stilmittel der Ironie bewährt. Der Vorteil der Ironie ist es nämlich, dass sie nur von Eingeweihten und Geschichtsgebildeten verstanden wird und den Einfältigen verschlossen bleibt. Man wird dafür sicher nicht gehenkt werden, aber die angesprochene Minderheit versteht, was gemeint ist. So mancher Zensor ist bei seiner Aufgabe an der Ironie gescheitert.

Ironie leitet sich vom griechischen Wort „eirōneía“ gleich Verstellung ab. Jemand, der sich ironisch äußert, meint eigentlich das Gegenteil dessen, was er sagt. Er „verstellt“ sich. So bin ich beispielsweise nach all den Regierungsjahren der Kanzlerin sehr dankbar für die Verdeutlichung des überwältigenden Potenzials unserer Demokratie. Frau Merkel hat uns gezeigt, was Demokratie wirklich ist.

In der Antike, vor allem zu Lebzeiten des Philosophen Sokrates, bezeichnete der Begriff die Methode, einem Gesprächspartner Unwissen vorzugaukeln, um diesem eine sprachliche Falle zu stellen und ihn in Widersprüche zu verwickeln, die ihn zu anderen Einsichten führen.

Die Ironie ist ein rhetorisches Stilmittel, das ein „uneigentliches Sprechen“ bezeichnet: Die Aussagen eines Ironikers widersprechen dessen Überzeugungen oder gar dem Offensichtlichen. Das Erkennen von Ironie setzt einen spontanen Denkvorgang voraus, um dem Witz auf die Spur zu kommen, was vielen Menschen schwerfällt. Wenn man ihnen beim Denken helfen muss, verpufft die Pointe. Daher ist es angezeigt, das Publikum zu kennen, dem man Ironie zumutet.

Zunächst verblüffen und verwirren ironische Bemerkungen, da das Verständnis von Aussagen erschwert wird. Gibt es jedoch ein gemeinsames Wissen zwischen Sender und Empfänger, können Aussagen selektiv adressiert werden. So kann Ironie der Distanzierung und Abgrenzung dienen – und identitätsstiftend werden. Erkennt jemand aus einer Gruppe indifferenter Zuhörer die ironische Bedeutung einer Aussage, kann ein Blick oder unmerkliches Nicken für die Fortsetzung der Unterhaltung abseits der Menge sorgen.

Dass beispielsweise Tim Kellner, der „Love Priest“, immer noch nicht von Youtube verbannt wurde, ist wohl ausschließlich der ironischen Verkehrung all dessen geschuldet, was er sagt. Die können ihm nix. Quod erat demonstrandum.

Das Stilmittel der Ironie weist Schnittmengen mit dem Sarkasmus, weniger mit dem Zynismus auf.

Die Ironie ist als sprachliches Ausdrucksmittel zunächst einmal wertneutral. Ironie spottet und frotzelt, verletzt aber nicht bewusst persönlich.

Der Sarkasmus mag in das Gewand der Ironie gekleidet sein, doch wächst sich hier der Spott zum beißenden Hohn aus. Sarkasmus greift den Empfänger persönlich an und kann verletzend wirken. In meiner brandenburgischen Heimat Restpreußen gehört Ironie zur Sprachkultur, und der Übergang zum Sarkasmus ist fließend, weshalb ich in Schleswig-Holstein mit meinen Frotzeleien erst einmal aufgelaufen bin, denn hier wird nicht einmal Ironie verstanden.

Der Zynismus ist die ganz harte Nummer und der Punk des Spottes, da er sich nicht um Normen und gesellschaftliche Konventionen schert und den Angesprochenen in persönlich verletzender Weise ins Lächerliche zieht. Der Zyniker handelt nach der Devise: „Lieber einen guten Freund verlieren als eine gute Pointe auslassen.“ Ein populärer Zyniker ist Harald Schmidt – Dirty Harry. An seinem Auftreten wird deutlich, dass im Gegensatz zu Ironie und Sarkasmus der Zynismus ein misanthropisches Lebensmodell ist. Zynismus ist eine Charaktereigenschaft. Daher taugt der Zynismus auch nicht zur politischen Auseinandersetzung, denn auch wenn der Übergang zum Sarkasmus fließend sein mag, ist er in der Regel doch so verletzend, dass dem politischen Gegner unnötige Argumente geliefert werden, sich moralisch aufzuplustern. Die Ermahnung „Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz“ gilt auch für Menschen, die wir nicht mögen.

In dem auf uns zukommenden Impffolgen-Desaster, bei dem sich eine erhebliche Mortalitätsrate abzeichnet, sollte man sich bei der Auseinandersetzung mit den derzeit noch impfstolzen propaganda- und staatswissenschaftsgläubigen Opfern auf die Ironie beschränken, da man Gefahr laufen könnte, an Sarkasmus im falschen Moment eher zu Tode zu kommen als an Covid-19.

Sven von Storch

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