Die humane Attitüde des Totalitarismus

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Die humane Attitüde des Totalitarismus
Datum: 29.01.2016, 14:50

Jörg Hofmann, der neue Mann an der Spitze der größten Einzelgewerkschaft der Welt, droht Angestellten: „Wer hetzt, fliegt. Und das muss auch jedem klar sein.“ Mit Hetze sind alle Äußerungen gemeint, die sich kritisch mit der illegalen Einwanderungspolitik der deutschen Regierung auseinandersetzen. Die Unternehmen könnten bei solchen Entlassungen mit der Billigung seiner Gewerkschaft rechnen. Kritik an der Einwanderungsagenda werde als „rassistische Hetze“ gewertet, die „in deutschen Unternehmen nichts verloren“ habe. Jeder Versuch der Bewahrung des Eigenen wird als Rassismus verurteilt. Gegen Rassismus müsse es „null Toleranz“ geben, sagt Hofmann im Deutschlandfunk. Seit dieser Drohung sind prompt in den großen Unternehmen alle Diskussionen zum Thema der illegalen Einwanderung erstickt, eine Auseinandersetzung findet nur noch hinter vorgehaltener Hand statt. Die IG Metall hat keine Probleme damit, Menschen mundtot zu machen und sich einer rechtsbrecherischen, immer offener totalitären Herrschaft anzudienen.

Persönlicher Rückblick

1985 habe ich einen Ausreiseantrag mit einer rein politischen Begründung gestellt. Ich hatte mich damit eindeutig als Regimegegner zu erkennen gegeben. Zu dieser Zeit arbeitete ich als Entwicklungsingenieur in einem Potsdamer Betrieb. Noch am selben Tag wurde ich von der Arbeit freigestellt, und am nächsten Morgen fand ich mich im Heizhaus als Heizer wieder. Ich wurde aber nicht entlassen. Viele meiner Kollegen machten mir Mut, mich nicht unterkriegen zu lassen.

Die DDR war ein Staat, der von sich behauptete, sich menschenrechtskonform gemäß KSZE-Schlussakte von Helsinki (1975) zu verhalten. Dem Selbstverständnis nach war man eine „sozialistische Demokratie“. Die Masse der Regimetreuen und Parteigenossen sah das ebenso, diese hatten ein sehr ausgeprägtes humanistisches Selbstbild (neovulgo: „Gutmensch“). Es ergab sich, dass ich vor meinem Ausreiseantrag mit dem betrieblichen Parteisekretär auf einer Dienstreise war. Wir verstanden uns ausgesprochen gut, auch in der Beurteilung der politischen Verhältnisse. Mit vielen klugen und moderaten SED-Genossen unterschied ich mich oft „nur“ in der Position, dass ich das System im Kern für verbrecherisch hielt, was nur durch den guten Willen der Menschen gemildert würde, das Beste aus den Verhältnissen zu machen, die Genossen das System jedoch für alternativlos hielten, und dieses nur durch „feindliche Elemente“ behindert würde. Ich wollte das Zwangssystem abschütteln, die Genossen den nicht systemkonformen Menschen.

Also alles so wie heute. Gerade deutsche Erscheinungsformen des Sozialismus erheben einen hohen Anspruch, als menschenfreundlich zu gelten. DDR-Sozialisten, ja selbst einige Stasi-Vernehmer in meiner späteren U-Haft – und im Nationalsozialismus ist das nicht anders gewesen – reagierten stets empfindlich auf jeden Angriff auf ihr humanistisches Selbstbild, das ihnen als Feigenblatt vor ihrer sinistren Niedertracht diente.

Diesen Selbstanspruch der DDR stellte ich 1985 auf die Probe. Ich marschierte stracks in die Potsdamer Zentrale der Einheitsgewerkschaft (FDGB) und schilderte dort meinen Fall schikanöser Behandlung durch die Betriebsleitung. Ich erwähnte gegenüber den FDGBlern auch die offene Solidarisierung meiner Kollegen mit mir, immer wenn sie mich Kohlen schippen sahen, und fragte, ob sie noch mehr Aufsehen wollten.

Es dauerte nur eine Woche, und ich war zwar nicht wieder in der Entwicklungsabteilung, konnte jedoch bis zu meiner Ausreise als Betriebsingenieur im selben Betrieb weiterarbeiten. Ich wollte das hier nur einmal zu Protokoll geben. Das BRD-Regime scheint sich heute selbst dieser Maske zu entledigen.

Beitrag bereits im Januar 2015 im ef-Magazin erschienen

Sven von Storch

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