Der Rückfall Europas in den sozialistischen Totalitarismus des 20. Jahrhunderts
Der Rückfall Europas in den sozialistischen Totalitarismus des 20. Jahrhunderts
Datum: 03.12.2018, 09:29
Mir fehlte Ende der 80er Jahre die Vorstellungskraft dafür, dass ich nach der Flucht aus dem bolschewistischen Völkergefängnis noch einmal vom Sozialismus in Deutschland eingeholt würde, aber es ist passiert. Warum?
Man hatte im Rausch des Sieges über den Sozialismus großzügig vernachlässigt, die Festungen des linken Milieus in der BRD zusammen mit der DDR zu schleifen. 1990 wäre das möglich gewesen, man hätte die Herrschaft in der Bundesrepublik auf das Fundament bürgerlich-freiheitlicher Kräfte stellen und konsequent subsidiäre Strukturen errichten können. Stattdessen hat man das in den SED-assoziierten Blockparteien kumulierende und schon lange vorher mit den Westlinken, bis hinein in deren RAF-Terrororganisation kooperierende, destruktive, sozialistische Milieu nicht nur gnädig laufen lassen, sondern ihm die materiellen Mittel sowie seine zentralstaatlichen Strukturen gelassen. Die SED-Stasi-Verbrecherorganisation konnte so zur bundesweiten Linken aufsteigen und bildet heute in offener Übereinkunft mit den BRD-Blockparteien das bundeseinheitliche linksextreme Milieu, erst neuerdings unterbrochen von der nationalkonservativen AfD – die Reste des deutschen Bürgertums verteidigend.
Rückblick
Der Ostblock verendete im Grunde daran, dass die kulturellen, seelischen, mentalen und materiellen Ressourcen aufgebraucht waren, die im Wesentlichen die Generationen vor dem Beginn des bis heute andauernden marxistisch-leninistischen Vernichtungskrieges gegen die europäische Zivilisation erarbeitet hatten. Die Oppositionellen verzweifelten vor allem an einer Errungenschaft des Sozialismus, die die Internationalsozialisten heute verweigern, einer dichten Grenze. Je länger die sozialistische Zwangsherrschaft hinter dem verminten Eisernen Vorhang andauerte, desto deutlicher zerfiel dabei die von der „Diktatur des Proletariats“ – der Ochlokratie – betroffene Bevölkerung in zwei Teile: in Oppositionelle und Treibholz. Die wenigen harten Oppositionellen saßen im Knast oder hatten einen Ausreiseantrag laufen, die innerparteiliche Opposition der „Sozialismusverbesserer“ versuchte das Unmögliche, und jene, die wir „Verdauungsschläuche“ nannten, waren nur durch Engpässe bei der Fleisch- und Bierversorgung zu erschüttern. Sozialismus ebnet zwar oberflächlich ein, differenziert die Bevölkerung jedoch stärker als freie Gesellschaften in scharf sich voneinander nach Intelligenz und Charakter abgrenzende Gruppen. Beseelte Menschen, die mit dem göttlichen Geschenk eines eigenen Verstandes begnadet wurden, stoßen in sozialistischen Systemen bereits in der Kindheit, bei als „Angriff auf unsere Wahrheitssysteme“ interpretierten Handlungen, auf den Widerstand vom Regime organisierter „breiter Bündnisse“. Ich danke in diesem Zusammenhang ausdrücklich dem sächsischen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer für seine trottelige Offenheit bei der Entblößung des totalitären Charakters des großkoalitionären Blockparteienregimes. In der „#wirsindmehr“, also „#мы больше“ - Kampagne, hat sich die vereinigte Linke gerade wieder mit ihrer Geschichte als большевики (Bolschewisten) versöhnt.
Im Sozialismus ist man bei Strafe des eigenen Untergangs darauf angewiesen, penibel Freund und Feind auseinanderzuhalten. Sozialismus ist andauernder unterschwelliger Bürgerkrieg, im euphemistischen Linkssprech heißt das „Permanente Revolution“. Sozialismus und Frieden schließen sich aus, denn „Krieg ist Frieden“ im Sozialismus, „Freiheit ist Sklaverei“ und „Unwissenheit ist Stärke“ (Orwell). Im „Wir sind mehr“-Bürgerkriegsgebiet muss man sich die Menschen, denen man vertraut, genau ansehen, damit man Leute, denen gegenüber man zu leutselig war, nicht später in seinen Gestapo‑/Stasi‑/Verfassungsschutz-Akten als Denunzianten wiederfindet, oder gleich von der Sturmabteilung niedergemacht wird. In meiner vierbändigen Stasiakte gab es keine Enttäuschungen. Alle Denunziant*innen hatte ich als solche schon vorher unter Wind. Als Selberdenker und durch den Linksterror abgehärtetes Geschöpf entwickelt man einen ausgeprägten Spürsinn für die von den fanatischen Menschenjägern ausgehenden Gefahren. Dieses zeitlose Gesindel bekommt in jeder braunrotgrünen Sozialisterei Jagdrecht auf eine Gruppe der Wahl. Irgendwann wittern die Gejagten die Jäger. Ein Studienkollege, den ich nach einer defätistischen Unterhaltung einmal fragte, warum er sich traue, mir das zu erzählen, antwortete: „Man erkennt seine Schweine am Gang.“ Übung macht den Meister. Gescheite Sozialismussozialisierte sind in der Lage, sich in Menschengruppen sehr schnell ein Bild über den Frontverlauf zu machen. Das Achten auf Habitus, Haltung, Sprache, Stimme, Blicke, Kleidung, Frisur, Reaktion auf Codes und Reizworte, Umstände der Anwesenheit der einen Umgebenden erlaubten dem instinktsicheren Bürgerlichen das Bewegen im Streifgebiet der niederträchtigen Wölf*innen.
Kam man nun, so wie ich, von einem Tag auf den anderen aus dem sozialistischen Volksgefängnis in die damals noch bürgerlich-liberale Bundesrepublik, war die Erwartungshaltung gegenüber einer Gesellschaft der Emanzipierten natürlich groß: Ein Staat mit freien Bildungsmöglichkeiten, Reisefreiheit und alle gesellschaftlichen Strömungen abdeckender Presse und Medien, sollte einen anderen Menschenschlag geformt haben als die „DDR“. Menschen, die unverbogen von Propaganda im Überfluss ihr Leben hatten führen dürfen, sollten kein Zurück in den Totalitarismus des 20. Jahrhunderts mehr erlauben. Da stand ich nun in diesem Land der demokratischen Verheißung, mit meinem Kriegsinstinkt für den feindlichen Hinterhalt, doch da waren sie alle wieder, die ich hoffte hinter mir gelassen zu haben: die Stasigesichter, die „überzeugten“ Sozialisten, die Opportunisten, die Denunzianten, die Feigen, die Dummen, die Proleten, die Naiven, die Harmlosen und ein paar Konservative, die allerdings meist im Alter unserer Eltern und in der Regel Heimatvertriebene waren. Mit den gleichaltrigen „Bundis“ verband uns „Zonis“ nur wenig, der Sozialismus hatte uns mental eine Generation vorgealtert, unsere eigene Generation erschien uns hedonistisch, nichtssagend, kindisch und pubertär. Dieses unter dem kommunistischen Joch Altgewordensein verwuchs sich erst mit der Zeit, indem wir uns einen Freundeskreis erschlossen, der die Gelegenheit zum fröhlichen Selberdenken zu nutzen verstanden hatte. Obwohl die Menschen im „Westen“ offensichtlich die gleichen waren wie im „Osten“, löste sich das Misstrauen mit der Zeit auf, da wir damals noch sahen, dass man die den Sozialismus prägenden destruktiven Gestalten in der Bundesrepublik in ihren Löchern festhielt, der öffentliche Diskurs noch offen und sachlich ausbalanciert war, die Vernunft und der Verstand noch die Oberhand hatten und wir nicht von Frauen regiert wurden. Wenn sich heutzutage eine grünsozialistische Parteivorsitzende, in einem bislang gut funktionierenden Staat, der das Sehnsuchtsziel sehr vieler Menschen ist, hinstellt und sagt, ihre Politik werde dieses Land ändern – und zwar drastisch –, und sie freue sich drauf, kann dies nur eines bedeuten: Sie wollen Funktionierendes zerstören und sind unter Merkel sehr weit damit gekommen. Männer führen Kriege, Frauen vernichten Zivilisationen.
Anblick
Die Charakterstruktur eines Volkes ändert ein sozialistisches Regiment nicht, es dämpft noch nicht einmal die Lebenspräferenzen des Einzelnen, sondern kristallisiert und verstärkt sie, aufgrund des erlebten Mangels. Dass ein und dasselbe Volk mal totalitär und mal zivilisiert daherkommt, hat ausschließlich damit zu tun, welche Charaktere die Besetzung der Machtstrukturen bestimmen. Diese wirken milieubildend, und Milieus sind nur durch harte Eingriffe aufzulösen. In der BRD breitete sich wegen eines von den alliierten Kriegsgewinnern offengehaltenen Dachschadens ein durch Marx, Mao und die Frankfurter Schule verdorbenes, destruktives Milieu wie Hausschwamm aus, obwohl das Personal in dieser Zeit generationsbedingt vielfach ausgetauscht wurde. Das echte, betonköpfige DDR-Kader-Milieu der „hundertprozentigen“ Gedankenfreien ist bis auf Reste perdu, weil es vom sowjetischen Hegemon aufgegeben und anschließend vom Volk hinweggefegt wurde. Das westdeutsche Milieu der sinistren Dekonstruktivisten wuchs, gedeiht und regeneriert sich hingegen beständig durch Diskriminierung, da nur Leute gleichen Zersetzungswillens im Milieu akzeptiert werden, die die mephistophelischen Riten der Antifa pflegen. Fehlt unter diesen Umständen den degenerierten bürgerlichen Kräften der Instinkt für die tödliche Gefahr, das Geld für den Dachdecker sowie die Lebensenergie und der Selbstbehauptungswille, um Barrieren mit Hilfe der Rechtsdurchsetzung aufzurichten, befällt das linke Milieu wie ein Pilzmyzel die tragenden Balken des Gemeinwesens. George Orwell beschrieb den Prozess in der Dystopie „1984“: „Es war schon eigentümlich, wie sich dieser käferartige Typus in den Ministerien vermehrte: kleine rundliche Männer, die bereits sehr früh zur Korpulenz neigen, mit kurzen Beinen, flinken Trippelschritten und feisten, undurchdringlichen Augen. Dieser Typ schien unter der Herrschaft der Partei am besten zu gedeihen.“ Ein Friedrich Merz hat schon allein deshalb ein Problem, an die Schaltstellen der Macht zu gelangen, weil er bereits habituell wie der Specht im Borkenkäferforst wirkt. Da hilft ihm auch seine Anbiederei bei der herrschenden Käferschaft beiderlei Geschlechts nicht weiter. Vor den Augen der Bürgerlichen ist er durch seine Äußerungen allerdings innerhalb nur weniger Tage vom Specht zum Hirschkäfer metamorphosiert, und damit ist der „Mann ohne Schneid“ (Lengsfeld) wohl chancenlos. Gegen die Käferplage hilft nur das Fällen der Wirtsbäume. Die Abhängigkeit von der Versorgung durch andere ist die Achillesferse der Sozialisten.
Ausblick
Um der sozialistischen Rolle rückwärts ins totalitäre 20. Jahrhundert zu entgehen, muss man nicht die Menschen umerziehen, „neue Leitbilder“ entwickeln oder die Propaganda verändern, das funktioniert nicht. Es genügt, mit einem funktionierenden Rechtsstaat die Verursacher des Elends mit den Konsequenzen ihres Tuns zu belasten. Das Streben der Sozialisten nach immer höherer Machtkonzentration und Intransparenz durch Zentralisierung dient ausschließlich ihrer Abschottung gegen das Volk und dem Trennen von Tat und Verantwortung. Sie begehen Völkerrechtsverbrechen, Eigentumsverbrechen, haben mit über 200 Millionen Ermordeten in nur wenigen Jahrzehnten nicht nur den Vogel als Meister des Todes abgeschossen und schwingen sich schon wieder zur Weltherrschaft auf – nur knappe 30 Jahre nach der Hoffnung auf ihr endgültiges Verröcheln. Was ist schief gelaufen? Ihre großstaatlichen Strukturen sind nicht nur erhalten geblieben, sondern mit der EU und dem Zentralbank-Euro ausgebaut worden und damit das ideale, anonymisierende, mafiöse Milieu für Sozialisten, das dem Einzelnen immer weniger Möglichkeiten der Einflussnahme auf das Wuchern linker Strukturen einräumt. Die schwarz-rot-goldene Internationale aus Kirche-Sozialisten-Hochfinanz hat die Welt in das Spinnennetz ihrer Organisationen eingewoben und bewegungsunfähig gemacht und injiziert ihr Propagandagift, um uns anschließend in Ruhe aussaugen zu können.
Um der Globalisten-Troika den Weg in den totalitären Weltstaat abzuschneiden, muss zuerst der Nationalstaat gesichert werden, bevor man diesen dann subsidiär fragmentieren kann. Die Fragmentierung muss zu so kleinteiligen, selbstverwalteten Gebietskörperschaften führen, dass man die linken Kaputtmacher persönlich als Nachbarn kennenlernt und sie unter direkte, soziale Kontrolle stellen kann. Sie dürfen sich nicht mehr anonym von der Leistung anderer ernähren und gleichzeitig deren Lebensleistung verächtlich machen dürfen. Da das Subsidiaritätsprinzip der größeren Einheit verbietet, die Dinge zu leisten, die die kleinere Einheit selbst leisten kann, darf die Sozialhilfe, wenn sie von der Familie nicht leistbar ist, höchstens von der örtlichen Gemeinde aufgebracht werden. Es ist gerecht und gerechtfertigt, dass jene, die anderen ein leistungsloses Einkommen erwirtschaften sollen, die Motivation und Gründe jener persönlich kennen, die diese Leistung benötigen, beanspruchen oder einfordern. Solidarität muss wieder auf die Basis unmittelbarer menschlicher Nähe gestellt werden. Nur das kann dann mit Recht als „Basisdemokratie“ und „Solidargemeinschaft“ verstanden werden. Da können die „Guten“ dann beweisen, wie ernst es ihnen wirklich mit der Nächstenliebe ist. Die Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens wollen genau das Gegenteil.
So wie es in meiner Kindheit auf dem Spielplatz immer welche gab, die am Rande des Sandkastens standen und wie die Hyänen nur darauf lauerten, anderen Kindern in die gerade errichteten Sandburgen zu springen, gibt es immer bösartige Subjekte, die die Strukturen des Gemeinwesens aus reinem Vernichtungswillen zerstören wollen. Sozialisten sind eine anthropologische Konstante. Es gälte sie in einem durchsetzungsfähigen Rechtsstaat einzuhegen. Dass das Merkel-Regime von der Judikative unbehelligt nach Belieben Recht beugen und brechen kann, ist jedoch ein sicheres Indiz dafür, dass der Rechtsstaat bereits von Linksextremisten unterwandert ist.
Wenn in einer strikt subsidiären Ordnung das unmittelbar zu Regelnde auf der kleinstmöglichen Ebene angesiedelt wäre, der Staat nur die Funktion der Rechtswahrung und des Eigentumsschutzes im Inneren sowie der Verteidigung nach außen hätte und mithin keinerlei Versorgungsfunktion mehr, nur dann würde er als Massenvernichtungswaffe der in Parteien organisierten sozialistischen Beutegemeinschaften unbrauchbar werden.
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