Auswandern_ Auch keine Alternative!
Auswandern_ Auch keine Alternative!
Datum: 27.10.2017, 11:11
In dem Maße, in dem der Rechtsrelativismus eines sozialistischen Staates – oder demokratischen Sozialstaates – das kodifizierte Recht den Interessen der dominantesten Gruppe opfern muss, da er sich wehrlos gemacht hat, stellt sich für die in die Defensive geratenen und ihrer Abwehrmöglichkeiten über das Rechtssystem verlustig gegangenen Minderheiten die Frage nach ihren Perspektiven unter den obwaltenden Machtverhältnissen. Denn in letzter Konsequenz ist der Sozialstaat für sie ein rechtsfreier Raum. In einem bürgerlichen Rechtsstaat, wie es die BRD vor der Machtergreifung der Merkel-Sozialisten war, hatte das Bürgerliche Gesetzbuch noch die Wirkungsmacht, die Bürger und deren Privatleben vor dem Zugriff des Staates zu schützten. Der von „Moral“, „Werten“ und „Errungenschaften“ verklebte Gesinnungsstaat hingegen sieht seine Aufgabe in der Durchsetzung der Interessen der stärksten Beutegemeinschaft gegenüber den Wertschöpfenden.
In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass ich kaum ein Wahlplakat zur Bundestagswahl 2017 gesehen habe, das nicht mit dem Abringen von Ansprüchen von Bürgern gegen Bürger „lockt“. Selbst die FDP droht unverhohlen mit Eingriffen der Politik in das freie Unternehmertum: „Jetzt wieder verfügbar: Wirtschaftspolitik.“ Unter diesen Umständen kommen in entrechteten und sozialstaatsgepeinigten, fleißigen, zivilisierten, anständigen, ehrlichen, duldsamen Menschen früher oder später Fluchtgedanken auf, um der aufsteigenden Wut auf die in Parteien organisierten Gauner und der damit einhergehenden Radikalisierung auszuweichen.
In der DDR waren die Verhältnisse ja noch eindeutig. Die Beutegemeinschaft war der Kriegsgewinner Sowjetunion, der seine Vasallen an kurzer Leine ausplünderte. Die materiellen Vorteile der DDR-Nomenklatura bewegten sich damals noch unter dem Standard eines sozialstaatsgemästeten Nassauers von heute. Die Vasallen waren so arm, dass das geplünderte Gelände von den Sozialisten ummauert und mit Sprengfallen gesichert werden musste, um die Leibeigenen gewaltsam im Lande zu halten. Ich hatte seinerzeit meinen Ausreiseantrag damit begründet, dass seit den Steinschen Reformen von 1806 die Leibeigenschaft in Preußen abgeschafft sei. Gelang dem einen oder anderen die Flucht, wurde er durch niemanden freiwillig ersetzt, jeder abgängige Sklave schwächte das System. Der permanente Bummelstreik der verbliebenen Lagerinsassen hatte das gleiche Ziel – den Entzug der materiellen Grundlagen der totalitären linken Herrschaft. Leistungsverweigerung war die effizienteste Methode zur Befreiung vom Sozialismus. BRD-Kredite für Honecker bewirkten absichtsvoll das Gegenteil. Flucht war das Gebot der Couragiertesten, Mutigsten und Gescheitesten, denn erstens gab es eine Alternative, und zweitens war man gewiss, dass nach dem Ende der linken Diktatur Freiheit und Recht in Restdeutschland Einzug halten würden. Was dann wirklich passierte, war allerdings unvorstellbar: Die Ausweitung linker Herrschaft und eines erneuten repressiven Sozialismus durch die von einer DDR-Kanzlette geführte CDU. CDU! Unfassbar. Deutschland, unter Führung dieser Partei, stellt sich nun dem um die Bewahrung seiner gerade errungenen Freiheit und seines Aufbauwerkes kämpfenden ehemaligen „Ostblock“ einschließlich Ex-DDR entgegen. Das kann nicht gutgehen.
Es ist das alte Gesetz: Die erste Generation erwirbt‘s, die zweite erhält‘s, die dritte versäuft‘s. Aus dem Westen kam die dritte Generation in den Osten und traf auf die erste; die destruktiven Vernichter großelterlichen Fleißes und elterlicher Bewahrung – die 68er-Krapüle und ihre wenigen Nachkommen – verschenken nun rechtswidrig die endlich reifenden Früchte der sich gerade erholt Habenden an raum- und kulturfremde Abenteurer und Plünderer, und die Ostdeutschen dürfen und können sich nicht wehren, da sie ihren Schutzraum, die DDR, freiwillig aufgegeben haben. So kann es kommen, wenn man sich ausliefert. Das habe ich auch nicht vorhergesehen. Dass sich die ehemaligen Satellitenstaaten der Sowjetunion ihre gerade vom Kommunismus rekonvaleszierenden Länder nicht von den Teufeleien dekadent und verrückt gewordener Westler wieder kaputt machen lassen wollen, ist aber nur allzu nachvollziehbar. Viktor Orbán und Václav Klaus haben dazu alles Notwendige gesagt.
In der ehemaligen Sowjetunion haben die trotzkistischen Zeloten der permanenten Destruktion den Rückzug antreten müssen und wurden gezwungen, sich zu den seit den 20er Jahren in die USA absetzenden und dort immer mächtiger werdenden trotzkistischen Globalisten (die weder Christen noch Moslems sind) zu gesellen. In Russland hat sich dagegen in den letzten 30 Jahren eine christliche Wiedergeburt vollzogen; seit 1988 ist die Zahl der Klöster in Russland von 20 auf 950 gestiegen. Jeden Tag hat man irgendwo in Russland eine neue Kirche geweiht. Die antichristliche, Kirchen zerstörende, Gläubige verfolgende, antizivilisatorische Linke wird gerade aus Russland rausgebetet. Dafür macht sie sich in den USA breit und steht nun nach der „Farbenrevolution“ in der Ukraine mit ihren von den Globalisten installierten Marionetten und NATO-Truppen direkt an der russischen Grenze.
Innerhalb von 30 Jahren haben sich alle Verhältnisse auf den Kopf gesellt. Die USA sind links, und zwar so links, dass ein vom Volk gewählter konservativer Präsident kaum mehr gegen den Tiefen Staat der Internationalsozialisten ankommt, wohingegen die Russen nun nationalfreiheitlich aufgestellt sind und scheinbar für das Selbstbestimmungsrecht der Völker stehen, das sie für die Russen der Krim auf dem demokratischen Wege einer Volksabstimmung mit anschließender militärischer Sicherung bereits durchgesetzt haben. Meine Erfahrung mit den Russen in der Ostzone ist die, dass sie uns zwar unter ihr System gezwungen haben, jedoch unsere Identität als Deutsche nicht grundsätzlich in Frage stellten. Die Balten wissen allerdings anderes zu berichten. Was der russische Bär in Zukunft tut, ist ungewiss. Nach Russland zu emigrieren war für Deutsche am Ende aber nie eine gute Idee.
Warum? Im Falle einer ernsteren politischen oder kriegerischen Auseinandersetzung sind Sie der Feind, was dazu führen kann, dass man Sie „zuführt“ und „einlagert“ wie 1941. Das hat man mit Deutschen und Japanern im Zweiten Weltkrieg auch in den USA praktiziert. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie auf der Seite des Landes stehen, in das Sie gerade deshalb emigriert sind, weil es Ihrem Heimatland entgegengesetzte Daseinsauffassungen vertritt. In Krisenzeiten wird nicht mehr differenziert, da man auf hundertprozentige Loyalität angewiesen ist und Emigranten als ehrlose Fahnenflüchtige gelten. Das wird man Sie spüren lassen, indem man Sie restlos heimatlos macht, denn Sie genießen nun weder in Ihrem eigenen noch im fremden Land Schutz. Wieso sollten Emigranten einem fremden Volk gegenüber loyal sein, wenn sie schon ihrem eigenen Volk gegenüber illoyal waren und sich der mutigen Bewahrung der Freiheit im Inneren verweigert haben?
Haben sie nicht nur den Weg des geringsten Widerstands genommen und sind nun ein Unsicherheitsfaktor? Hatte Willy Brandt nicht den gefährlicheren Weg des Widerstands gewählt, galt jedoch im Gegensatz zu Helmut Schmidt als Verräter? Millionen in Deutschland lebende Türken wählen Sultan Erdoğan den Prächtigen. Hat man ihnen in sinistrer Absicht noch die deutsche Staatsbürgerschaft dazugeschenkt, wählen sie obendrein die Parteien der Deutschlandabschaffer. Die Allianz gegen Deutschland, also SPD, Grüne, Linke, CDU und Erdoğan zusammen zu wählen, ist demnach kein Widerspruch. Wem gegenüber werden Türken und das Heer der einströmenden Muslime also im Konfliktfall loyal sein? Der Umma oder den Ungläubigen?
Aber man muss gar nicht soweit zurückschauen und ein Kriegsszenario bemühen. Als wir vor 1989 als Deutsche in die BRD emigrierten, waren wir mit unserer Geschichte die Helden, denen mit Wohlwollen begegnet wurde. Ich wurde mit meinem DDR-Tagebuch bei verschiedenen Vereinen zum Vortrage herumgereicht, wo man unseren „Abenteuern“ rühriges Interesse entgegenbrachte. Damit war es ein paar Wochen später schlagartig vorbei, plötzlich waren wir die Ossis, denen ganz offen und undifferenziert die kollektiven Ressentiments der Westlinken und anderer Plattköpfe entgegenschlugen.
Wohin also gehen, wenn die Sozialisten uns hier das dritte Mal in 100 Jahren das Wasser abgraben? In einen anderen EU-Staat, also vom Regen in die Traufe? Nach Polen oder Tschechien, wo sie gerade auf uns gewartet haben? In die Anglowelt? Nach England etwa, das kurz vor der nationalen Selbstaufgabe steht? Neuseeland und Australien, wo man kaum reinkommt, es sei denn, man ist Millionär oder jung und wird beruflich gebraucht? Nordamerika, wo die radikale Linke immer aggressiver auftritt und das sich anschickt, in einem bunten Bürgerkrieg zu versinken? Südamerika? Ist für einen Kulturmenschen unerträglich. Afrika? Wer Anthropologie auf die harte Tour studieren möchte, wird dort einer abgeklärten Weisheit am schnellsten nahekommen. Ich bevorzuge Ostasien. Allerdings ist Heimweh vorprogrammiert, denn die Mentalität und Kultur sind von der unseren sehr verschieden. Ich habe überall deutsche Kollegen im Ausland, die ich gut kenne. Entweder haben sie Heimweh, oder sie haben sich bis zur Lächerlichkeit angepasst, was bei den Einheimischen nicht goutiert wird. Oswald Spengler schrieb über die selbstverschuldeten Ursachen, die den Weißen ihre Reputation bei den farbigen Völkern kosten. Und wir sind an einem Punkt angelangt, an dem Respekt in Verachtung umzuschlagen droht.
Im Ausland ist man ein Fremder, mit vielen Nachteilen. Rechtssicherheit: Sie haben keine Staatsbürgerschaft, keine oder schlechtere Sprachkenntnisse, Sie sind nicht vertraut mit den lokalen Rechtsgepflogenheiten (Mafia). Barrieren: Je attraktiver ein Einwanderungsland ist, desto härter sind dort die Aufenthaltsvoraussetzungen. Ausnahme: Das von gedungenen Opportunisten und Karrieristen zur Besetzung und Zerstörung freigegebene Deutschland. Wo man leicht hinkommt, dort sollte man nicht hin – wo man schwer hinkommt, dort wäre der rechte Ort. Soziale Einbindung: In Krisenzeiten zählen vor allem die Blutsbande, jedoch wird kaum jemals die gesamte Verwandtschaft mit Ihnen gehen. Wenn überhaupt, dann geht die Kernfamilie mit, was jedoch nicht viel ist in Krisenzeiten. Krankheiten: Man ist fremden Krankheitserregern gegenüber viel weniger widerstandsfähig als gegenüber jenen, mit denen man aufgewachsen ist. Schon in normalen Zeiten ist das für Fernreisende ein Problem. Aufwand und Kosten: Der Aufwand und die direkten und indirekten Kosten wie Verdienstausfall sind hoch bis sehr hoch für eine umfängliche Übersiedlung.
In einer immer enger und feindlicher werdenden Welt gibt es kaum noch Rückzugsräume. Und die Globalisten arbeiten mit mephistophelischer Hinterhältigkeit und Perfidie daran, uns auch noch die letzte Alternative abzuschneiden. Daher wird Ihnen wohl nichts anderes übrigbleiben, als Ihren Posten nicht für die Internationalsozialisten zu räumen, sondern standhaft am Ort zu bleiben, trotzig Ihr Feldzeichen in den Grund zu rammen und alles Ihnen Mögliche zu tun, die archaische Allianz der Kulturvernichter abzuwehren. Pflegen Sie Ihre Familie! Bauen Sie sich ein unterstützendes Netzwerk in der Heimat auf! Bilden Sie Gemeinschaften Gleichkultivierter! Und streben Sie seelische wie physische Unabhängigkeit an! Verweigern Sie sich der Manipulation durch die Globalistenmedien wie das DDR-2-Fernsehen und das Autoradio durch Abschalten! Propaganda hören ist wie Dreck essen: Ein wenig davon härtet ab, zu viel davon macht geisteskrank. Lesen Sie statt in Linksjournalen mal mit Freunden die Paulusbriefe, um zu erkennen, dass die Welt nie anders war, weshalb die überkommenen Strategien zum Erhalt von Freiheit und Würde unverändert gelten.
Abschließend noch ein Zitat des Weltreisenden Hermann Graf Keyserling (1928): „Man mag in Deutschland demokratisieren, soviel man will: Jeder Deutsche weiß im innersten Herzen doch, dass es in Deutschland nur auf wenige ankommt, und diese Erkenntnis verträgt nur der innerlich Vornehme.“
Dieser Artikel erschien in der Oktober-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 176.
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