Zwölf Monate Haft für ehemaligen griechischen Chefstatistiker
Zwölf Monate Haft für ehemaligen griechischen Chefstatistiker
Datum: 30.03.2017 - 12:03 Uhr
Griechenland, so lautet ein Vorwurf, habe sich den Beitritt zur Euro-Zone mit manipulierten Zahlen verschafft. Auch für die Bereitstellung der diversen Rettungspakete zur Abfederung der Griechenland-Krise seien gefälschte Zahlen von Athen an Brüssel übermittelt worden. Bei einer Überprüfung der Vorgänge aus dem Jahr 2009, also einem Jahr bevor er das Amt des Präsidenten des griechischen Statistikamtes "Elstat" übernahm, stellte Georgiou eine deutliche Abweichung zwischen den publizierten Zahlen und den tatsächlichen Zahlen im Haushaltsdefizit fest.
Statt 13,6 Prozent, so die veröffentlichte Zahl, betrug das Haushaltsdefizit Griechenlands 2009 tatsächlich 15,4 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. Dieses betrug in dem Jahr umgerechnet 329,8 Milliarden US-Dollar. Diese Differenz von ungefähr zwei Milliarden US-Dollar machte Georgiou publik und, so schreibt es die "FAZ" in ihrem Bericht, als "betrügerisch" bezeichnet.
Das Vorgehen Georgious sei, so entschied jetzt ein griechisches Berufungsgericht, ehrabschneidend gewesen. Er hätte eine solche Aussage nicht in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Das Resultat seiner Ehrlichkeit: zwölf Monate Haft.
Ob die von Georgiou beanstandeten Zahlen richtig oder falsch sind, wird währenddessen seitens der Gerichte immer noch nicht überprüft. Alles, was vor der Zeit von 2010 an Statistiken "errechnet" wurde, bleibt weiterhin im Halbdunkel. Offenbar ist weder den aktuellen griechischen Behörden noch den alten Seilschaften daran gelegen, Licht in diese Geschichte zu bringen. Die Angst, dass die eingangs erwähnten Vorwürfe zutreffend sind, ist wohl zu groß in Griechenland.
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