Zweitgrößte Partei Zyperns boykottiert Übertragung von Selenskij-Rede
Zweitgrößte Partei Zyperns boykottiert Übertragung von Selenskij-Rede
Datum: 11.04.2022 - 10:54 Uhr
In den vergangenen Tagen hatte der ukranischen Präsident Selenskij seinen Auftritt in fast jedem Parlament eines jeden EU-Mitgliedsstaates. Per Videoschaltung konnte Selenskij Werbung für sich machen und um Unterstützung für sein Land bitten. In manchen Parlamenten erhielt er ungeteilte Zustimmung, teilweise sogar stehenden Applaus. Aus anderen Parlamenten aber hagelte es für ihn und seinen Auftritt jede Menge harsche Kritik, im zypriotischen Parlament hat sogar die zweitgrößte Fraktion die Teilnahme an Selenskijs Auftritt geschlossen verweigert. Dies sei die einzig angemessene Reaktion auf Selenskijs »Nazi-Putsch« bei seiner Rede vor dem griechischen Parlament, sagte ein Sprecher der Akel-Partei.
Einen Tag vor dem Auftritt vor dem zypriotischen Parlament war Selenskij per Videoschaltung nach Athen übertragen worden. Alles ging relativ glatt für ihn, bis er sich dazu hinreißen ließ, einen von ihm extra für diesen Auftritt eingeladenen Vertreter des ultanationalistischen Asow-Regiments in dieser Schaltung ebenfalls zu Wort kommen zu lassen. Dessen Rede wurde vom griechischen Parlament mit Pfiffen quittiert, der Sprecher der Syriza-Partei Alexis Tsirpas bezeichnete diese Aktion von Selenskij als »völlig inakzeptabel« und den Auftritt des Ultranationalisten als »Provokation«, heißt es in einem Beitrag der Cyprus Mail.
Basierend auf diesen Erfahrungen hatte sich die zypriotische Akel-Partei entschlossen, an der Übertragung der Selenskij-Rede nicht teilzunehmen; einen »Nazi-Putsch« werde man nicht unterstützen. Auch bei den anderen im Parlament Zyperns vertretenen Parteien zeigte man sich vom Auftritt Selenskijs sehr enttäuscht, sogar verärgert.
»Der ukrainische Präsident hat in seiner Rede nichts über die Invasion der Türkei in Zypern im Jahr 1974 erwähnte, obwohl die Ukraine jetzt vor einer sehr ähnlichen Situation steht«, sagte der zypriotische Präsident Nicos Anastasiades nach der Rede Selenskyjs. »Es stört uns, dass die damalige Invasion nicht erwähnt wurde. Dabei sind die Rechtsgrundlagen die gleichen, egal um welchen Staat es geht.«
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