Zivilisten aus Donbass-Region nach Russland evakuiert

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Zivilisten aus Donbass-Region nach Russland evakuiert
Datum: 21.02.2022 - 10:36 Uhr

Die aktuellen Meldungen aus der Region Donbass stimmen mehr als nur nachdenklich. Die Scharmützel zwischen Einheiten der ukrainischen regulären Armee sowie den Streitkräften der beiden international (noch) nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk haben in den vergangenen Tagen deutlich zugenommen. Medienberichten aus dem Donbass zu Folge wurden Wohnhäuser, Schulen, Kindergärten und andere zivile Einrichtungen von Granatwerfern und Maschinengewehr-Schützen unter Beschuss genommen. Daraufhin haben die politischen Verantwortungsträger im Donbass begonnen, Zivilisten nach Russland zu evakuieren.

Erster Anlaufpunkt der in beiden Volksrepubliken mehrheitlich russischen Bevölkerung sind die Gebiete um die beiden russischen Städte Woronesch und Rostow am Don. Die dortigen russischen Behörden haben bereits damit begonnen, umfangreiche Auffahmelager zu errichten, um die möglicherweise bis zu 700.000 Zivilisten aufnehmen zu können. Neben der Unterkunft und medizinischer Erstversorgung will ihnen die Russische Föderation auch finanziell unter die Arme greifen. 10.000 Rubel (rund 114 Euro) erhält jeder aus dem Donbass Angekommene. Das entspricht etwa zwei Monatsnetto-Einkommen in der Ukraine.

Ungeachtet dessen gehen die Scharmützel weiter, alle Beteiligten machen sich gegenseitig für die gewaltsame Eskalation in der Region verantwortlich. Man schiebt sich gegenseitig den Schwarzen Peter für den tausendfachen Bruch der Waffenruhe und die ebenfalls tausendfachen Verletzungen des Minsker Abkommens zu.

Einen großen Unterschied gibt es allerdings: während NATO-Repräsentanten, westliche Politiker und Medien unreflektiert und ohne Nachfrage die Position der Ukraine einnehmen, kommen die Stimmen aus dem Donbass ausschließlich über russische Medien zu Wort. Diese Berichte werden dann vom Westen als angebliche Propaganda diskreditiert. Die Meldungen von der ukrainischen Seite, dem korruptesten Stadt in Europa (Platz 117 im Korruptionswahrnehmungsindex), werden hingegen als bare Münze übernommen.

Sven von Storch

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