Zentralbanken weiten Ankäufe von Staatsanleihen aus

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Zentralbanken weiten Ankäufe von Staatsanleihen aus
Datum: 29.04.2020 - 12:00 Uhr

Die Bank of Japan hat ein umfangreiches Hilfspaket zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise beschlossen. Um die angeschlagene japanische Konjunktur zu stützen, hat man sowohl unbegrenzte Ankäufe von Staatsanleihen vereinbart wie auch die Obergrenze beim Kauf von Unternehmensanteilen deutlich erhöht. Finanzexperten erwarten nun, dass sowohl die EZB wie auch die US-Fed bei ihren Sitzungen in dieser Woche nachziehen und ähnliche Schritte beschließen. Die Zinsen der Staatsschulden sollen so auch in Zeiten der Rekordschulden künstlich niedrig gehalten werden. In einem Beitrag der Welt heißt es zu diesem Schritt, dass damit »die nächste Stufe in einem der größten geldpolitischen Experimente in der Wirtschaftsgeschichte« beginnt.

Derzeit hat die EZB bereits ihr Pandemiekaufprogramm PEPP mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro aufgelegt. Experten der britischen Großbank Barclays gehen davon aus, dass die EZB diese Summe auf dann 1,5 Billionen (1.500.000.000.000) Euro verdoppeln wird. Die US-Investmantbank Goldman Sachs schleißt sich in ihren Meinung der Stellungnahme von Barclays an: »Die Europäische Zentralbank wird mangels einer solideren fiskalischen Reaktion der EU auf die Corona-Pandemie in dieser Woche ihre Notfallkonjunkturmaßnahmen verstärken.«

So sollen Anleihen vor allen aus Spanien und Italien, am Markt noch immer mit hohen Risikoaufschlägen behaftet, Abnehmer finden. Für Goldman-Stratege Sven Jari Stehn ist die Obergrenze selbst bei 1,5 Billionen Euro noch nicht erreicht. Er kann sich vorstellen, dass die EZB insgesamt »fast zwei Billionen Euro an Staatsschulden zusätzlich« zu dem aufnehmen könnte, was sie bereits angekündigt habe.

Ein solcher Schritt würde die Bilanzsumme der EZB weiter künstlich aufblähen. Der Wert aller EZB-Anlagen liegt aktuell bei 5,3 Billionen Euro. Das entspricht etwa 40 Prozent der Wirtschaftsleistung der gesamten Euro-Zone (etwa 13 Billionen Euro). Getragen wird diese Wirtschaftsleistung zu einem großen Teil von der deutschen Volkswirtschaft (fast 4 Billionen Euro), die somit auch das größte Risiko einer neuerlichen Geldvermehrung tragen wird.

Sven von Storch

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