Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im ÖPNV hat sich verdoppelt

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Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im ÖPNV hat sich verdoppelt
Datum: 30.01.2018 - 08:30 Uhr

Gegenüber dem Jahr 2016 hat sich die Zahl der in den Bussen und Bahnen begangenen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im Vorjahr verdoppelt. Das sind die vorläufigen Resultate der Erhebungen bei den einzelnen Regionalverkehrsverbünden wie auch Aussagen der Bundespolizei. Zumindest dort, wo in den Statistiken auch nach Tatorten unterschieden wird. Brandenburg zum Beispiel erfasst derlei Angaben statistisch nicht.

Ein trauriger Schwerpunkt dieser Form der Kriminalität ist, wie unschwer zu erraten war, die Hauptstadt. In Berlin wird fast jede Fahrt mit S-Bahn, Tram oder U-Bahn zu einem echten Abenteuer. Vor allem auf der U8 ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Fummelattacke zu werden, überdurchschnittlich hoch. Doch auch die U2 mit ihren extrem engen Wagen bietet den Grapschern fast schon ein El Dorado an Möglichkeiten. Wobei morgens und abends in den Hauptverkehrszeiten sollte man eher davon ausgehen, dass eine Berührung dann doch eher der Enge der Bahn zuzuordnen ist und nicht unbedingt einen sexuellen Hintergrund hat.

Doch auch da lässt sich sehr schnell ein Unterschied feststellen. Denn in diesen beiden Zeitfenstern rekrutieren sich die Fahrgäste aus einem ganz anderen Personenkreis als der, dem die meisten der laut Opfer- und Zeugenaussagen mutmaßlichen Täter zugehörig sind. Die sind nämlich in der Regel sogenannte »Südländer«, junge Migranten oder aber Männer nordafrikanischen, afrikanischen oder arabischen Ursprungs. 

Die BVG hat sich für dieses Jahr vorgenommen, noch mehr uniformierte Sicherheitskräfte auf die besonders betroffenen Linien zu senden, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Für die Polizei ist die Ermittlung der Täter in der Regel kaum bis gar nicht erfolgreich. Die Masse der Anonymität schützt die Fummler.

Sven von Storch

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