Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche zurückgegangen

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Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche zurückgegangen
Datum: 01.04.2019 - 10:53 Uhr

Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2018 verzeichnet einen deutlichen Rückgang bei den registrierten Wohnungseinbrüchen. Erstmals seit Jahren liegt sie unter der 100.000er-Marke. Dafür wollen sich jetzt die Innenminister des Bundes und der Länder feiern lassen und beweihräuchern sich in Medienberichten entsprechend selbst.

Die Anhebung der Mindeststrafe von sechs Monaten auf ein Jahr (Wohnungseinbruch gilt jetzt als ein Verbrechen, nicht mehr nur als ein Vergehen) soll angeblich für den Rückgang ausschlaggebend sein. Die neue Mindestsrafe habe einen Abschreckungsfaktor, so die Innenminister. Auch die Schaffung spezieller Ermittlungsgruppen soll dafür verantwortlich sein, heißt es in den Berichten. Allerdings gibt es dabei einen Pferdefuß: denn trotz jener Ermittlungsgruppen bleibt die Aufklärungsquote mit 18 Prozent auf extrem niedrigen Stand.

Ein anderer Aspekt, der mutmaßlich viel eher für den Rückgang verantwortlich ist, wird von den Ministern komplett ausgeblendet: viele Wohnungs- und Hausbesitzer haben seit dem Wegfall der Personenkontrollen etliche Tausend Euro in die Sicherung ihrer vier Wände investiert. Kameraüberwachung, einbruchsicherer Fenster und Türen, Beauftragung privater Sicherheitsunternehmen - all das sind Maßnahmen, die in Eigenregie von Eigentümern und Mietern getroffen wurden und die es den vor allem aus Südosteuropa stammenden Einbrecherbanden immer schwerer machen, in Wohnungen eindringen zu können.

Diese Banden haben ihre Raubzüge stattdessen auf andere EU-Länder verlegt. Vor sechs Tagen veröffentlichte Schweden seine Einbruchsstatistik für 2018. Dort stieg die Zahl der Einbrüche von etwa 40.000 in 2016 auf über 70.000 im Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt dort bei traurigen drei Prozent.

Sven von Storch

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