Zahl der Geisterspiele in der Fußballbundesliga nimmt zu
Zahl der Geisterspiele in der Fußballbundesliga nimmt zu
Datum: 11.03.2020 - 12:20 Uhr
Heute Abend wird das Niederrheinderby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln in der Fußballbundesliga vor leeren Rängen stattfinden müssen. Der gastgebende Verein folgt damit der Aufforderung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU), der alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern absagen lassen will. Sein Amtskollege in NRW hat diese Aufforderung widerstandslos übernommen, zeitgleich aber den Veranstaltern den Schwarzen Peter zugeschoben. Die Politik wäre nicht verantwortlich für die Entscheidung einer Absage, sei aber selbstverständlich auch nicht verantwortlich, wenn sich die Besucher am Corona-Virus ansteckten.
Am kommenden Wochenende wird die Mutter aller deutschen Fußballderbys, das Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und dem blau-weißen Ruhrpottrivalen aus Gelsenkirchen vor leeren Rängen ausgetragen. Die »Süd«, mit über 25.000 Plätzen die größte Stehplatztribüne der Welt, wird gähnend leer bleiben.
In Frankfurt agiert man zweigleisig. Während der Gesundheitsdezernent der Stadt, Stefan Majer von den Grünen, der Eintracht für das Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach für den kommenden Sonntag ein Spiel vor leeren Rängen auferlegt hat, wird das Spiel der UEFA-Euroleage gegen Basel hingegen sehr wohl vor einem gut gefüllten Stadion stattfinden.
Auch Berlin wird der Bannstrahl der Merkel-Regierung treffen. In der Alten Försterei werden zum Heimspiel von Union Berlin gegen Bayern München die Zuschauer außen vor bleiben. Der beauftragte Amtsarzt des zuständigen Bezirksamts Treptow-Köpenick hat die entsprechende Anordnung getroffen.
Ein Ende dieser Geschichte ist noch nicht in Sicht. Vereine, die Spieler zu Länderspielen abstellen sollen, werden sich diesem Ansinnen verweigern, wie Jörg Schmadtke, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, unmissverständlich klar machte: »Ich werde unsere Spieler nicht losschicken, ich werde es ihnen verbieten« sagte Schmadtke dem Fußballmagazin kicker.
Und während innerhalb Deutschlands mehr und mehr Veranstaltungen in Mitleidenschaft gezogen werden, bleiben die deutschen Grenzen unkontrolliert. Etwaig mit dem Corona-Virus Menschen können nach Belieben die Grenzen überschreiten und die Infektionsgefahr deutlich erhöhen. Da bleibt die Merkel-Regierung nach wie vor komplett inaktiv.
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