Zahl der Flüchtlinge auf der Mittelmeerroute verdreifacht

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Zahl der Flüchtlinge auf der Mittelmeerroute verdreifacht
Datum: 02.12.2016 - 08:30 Uhr

Italien meldet für Oktober und November neue Rekordzahlen von ankommenden »Flüchtlingen« auf der Mittelmeerroute. Aktuell erreichen das Land drei Mal so viele Personen aus Nordafrika und der Sahel-Zone wie in den Vergleichsmonaten des Vorjahrs. Allein im November kamen auf diesem Weg 171.000 Menschen, überwiegend junge, kräftige Männer, nach Italien.

Gegenwärtig halten sich in den überfüllten italienischen Durchgangslagern fast 180.000 »Flüchtlinge« und Asylbewerber aus diversen afrikanischen Ländern auf. Nach Angaben der Sicherheitskräfte des Landes sind in diesem Jahr knapp 350.000 Menschen von den Schleusern und Schleppern über das Mittelmeer nach Italien verschifft worden. Für fast 4.700 Personen endete diese »Flucht« tödlich.

Die Schließung der Balkanroute durch den von Merkel im Alleingang mit der Türkei ausgehandelten Flüchtlingsdeal hat die Flüchtlingskrise nicht gelöst; sie hat das Problem lediglich zum Teil räumlich verlagert. Doch auch auf dem Balkan ist die Krise nach wie vor existent. Denn über die Türkei sickern nach wie vor die vornehmlich aus dem Nahen Osten und Afghanistan stammenden »Flüchtlinge« nach Europa ein. Viele von ihnen warten noch in der Türkei darauf, den Weg über die Ägäis in die EU antreten zu können. Eine für den Merkel-Freund Erdogan immer wieder gern genutzte Drohkulisse.

Das Klientel auf der Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien besteht fast ausschließlich aus jungen, kräftigen afrikanischen Männern. Sie stammen überwiegend aus Nigeria, Guinea und Eritrea. Selbst für den Fall, dass sie ein EU-Land erreichen, droht ihnen rechtlich gesehen die Abschiebung, da sie für sich weder den Status eines Flüchtlings reklamieren noch ein Anrecht auf Asyl in Anspruch nehmen können. Sie sind Wirtschaftsflüchtlinge.

Sven von Storch

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