Wohlfahrtsverband warnt_ Armut auf neuem Höchstand

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Wohlfahrtsverband warnt_ Armut auf neuem Höchstand
Datum: 02.03.2017 - 12:20 Uhr

Im November 2016 sagte Merkel in der Haushaltsdebatte im Bundestag, dass sich Deutschland "bei allem, was es noch zu kritisieren gibt", in einer guten Situation befinde. Und wörtlich: "Den Menschen in Deutschland ging es noch nie so gut wie im Augenblick." Eine Aussage, die nicht überall auf ungeteilte Zustimmung stößt.

Nach Darstellung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, so schreibt die "FAZ" in einem Bericht, ist die Armut in Deutschland wieder auf dem Vormarsch und hat einen neuen Höchststand erreicht. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, wies darauf hin, dass mit einer Armutsquote von 15,7 Prozent der Höchststand seit der Vereinigung erreicht wurde.

Besonders stark stiegen die Werte in Berlin (22,4 Prozent) an. Im Zehn-Jahres-Vergleich liegt das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen unangefochten auf dem ersten Platz dieser traurigen Skala. Schneider: "Das Ruhrgebiet und Berlin müssen daher als die armutspolitischen Problemregionen Deutschlands betrachtet werden." Man ist geneigt hinzuzufügen, dass diese Regionen auch in anderer Hinsicht das eine oder andere Problem vorzuweisen haben. Ob es dabei purer Zufall ist, dass beide Länder in der Vergangenheit überwiegend von einer Koalition regiert wurden, an denen die SPD beteiligt war respektive ist, soll hier nicht weiter ausgeführt werden.

Nach Angaben der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage wurden im letzten Jahr mehr als 330.000 Haushalten in Deutschland aufgrund von durch Armut bedingte Zahlungsausfälle der Strom abgestellt. In 2015 gab es darüber hinaus weitere 44.000 Fälle von Sperrungen der Gasversorgung.

Sven von Storch

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