_Wir sind keine Schlepper!_

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_Wir sind keine Schlepper!_
Datum: 03.04.2017 - 12:57 Uhr

Zuvor hatte der Chef der europäischen Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, zahlreichen Nichtregierungsorganisationen (NGO), wie unter anderem auch "Sea Watch", vorgeworfen, sie würden den Schleppern auf der Mittelmeerroute Vorschub leisten. Hauptkritikpunkt ist, dass die NGO die Menschen dicht vor der libyschen Küste aufgriffen und unmittelbar nach Italien beförderten. Das sei keine Hilfeleistung, sondern ganz offen eine Unterstützung des Schlepperwesens, sagt unter anderem der österreichische Außenminister Sebastian Kurz. Solche "Rettungsaktivitäten" würden die "Flüchtlinge" zusätzlich motivieren.

Gegen diese Vorhaltungen setzt sich Sea-Watch-Vorstandsmitglied Frank Dörner zur Wehr. Er sagt, dass man den Menschen dabei helfe, ihre Rechte wahrnehmen zu können und verhindere, dass sie dabei stürben. Die Organisationen dafür verantwortlich zu machen, dass die Menschen sich überhaupt auf den Weg nach Europa machten, sie perfide.

Tatsächlich aber ist es so, dass die Schlepperbanden immer mehr dazu übergegangen sind, die afrikanischen Migranten, meist kräftige und arbeitsfähige junge Männer, in seeuntüchtige Schlauchboote oder wurmstichige Holzschiffchen zu verfrachten und dann in Richtung Italien in Bewegung zu setzen. Die beleitenden Schlepper würden nach wenigen Minuten auf See von ihren Kameraden in schnellen Kleinbooten abgeholt und die Migranten blieben ihrem Schicksal überlassen. Die Rettungsorganisationen greifen diese Schlauchboote oder Holzschiffchen dann auf und überstellen die Insassen direkt nach Italien anstatt sie nach Nordafrika zurück zu befördern. Gewünschter Nebeneffekt seitens der Migranten: sie können nicht wegen illegaler Einreise in die EU belangt werden.

Im Grunde genommen hat Leggeri recht. Aber das können die Hilfsorganisationen natürlich nicht zugeben. Denn sonst könnten möglicherweise die üppig fließenden Spendengelder und staatliche Zuwendungen versiegen. Der Geschäftszweig mit der "Flüchtlingshilfe" hat sich in der Zwischenzeit zu einem bedeutsamen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Denn gilt es aus Sicht der daran Beteiligten unbedingt zu schützen.

Sven von Storch

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