Windkraftlobby will gegen Arten- und Tierschutzbestimmungen vorgehen

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Windkraftlobby will gegen Arten- und Tierschutzbestimmungen vorgehen
Datum: 05.09.2019 - 11:00 Uhr

Jedes Jahr, so die »Progress-Studie« aus dem Jahr 2015, schlagen die Windkraftwerke 7.865 Mäusebussarde, 10.370 Ringeltauben, 11.843 Stockenten und 11.197 Möwen. Seit dieser Studie hat sich die Zahl der Windkraftwerke in Deutschland von damals 12.841 Kraftwerken deutlich erhöht, die Zahl der erschlagenen Vögel dürfte aktuell demzufolge deutlich höher liegen.

Für die Windkraftlobbyisten ist aber die Zahl der getöteten Vögel (die Zahl der getöteten Insekten wird nicht einmal erwähnt) kein Grund, von ihrer Propaganda abzuweichen. Ganz im Gegenteil, sie machen jetzt massiv gegen die geltenden Arten- und Tierschutzgesetze mobil und wollen diese für ihre Zwecke aushöhlen respektive aufweichen und verwässern.

Der Bundesverband Windenergie hat einen Aktionsplan vorgelegt, um rücksichtslos weitere Windkraftwerke errichten zu dürfen. In diesem Plan moniert man die angeblich »oft überzogene, unverhältnismäßige Auslegung des Artenschutzes«; diese müsse schnellstens beendet werden. Artenschutz müsse, so die Lobbyisten, sachgerecht angewendet werden. Oder wie es in dem Aktionsplan wörtlich heißt: »Im Zweifel für die Windenergie.«

Die jüngeren Untersuchungen von Ornithologen weichen mitunter von der Progress-Studie nach unten ab. Die Zahl der getöteten Vögel wird in diesen neueren Untersuchungen zu relativieren oder gar zu vertuschen versucht. Das ist bei genauerem Hinsehen wenig verwunderlich: nach aktueller Regelung bezahlen die Windkraft-Investoren die vogelkundliche Untersuchung selbst und können sich dementsprechend auch den entsprechend positiv gesonnenden Gutachter aussuchen.

In einem Bericht der Welt kommen weitere Kritiker an der Windkraftlobby zu Wort, die die deutsche Klimawandelpropaganda insgesamt anzweifeln. Das wird allerdings die Lobbyisten nicht daran hindern, weiter lauthals (und falsch) ihre kruden Thesen samt Forderungen aufzustellen.

 

 

Sven von Storch

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