Wertewesten erfindet neue ukrainische Erfolge

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Wertewesten erfindet neue ukrainische Erfolge
Datum: 16.03.2023 - 12:21 Uhr

Über Wochen und Monate verbreitete Selenskij beim Kampf um Bachmut eine Erfolgsmeldung seiner ukrainischen Truppen nach der anderen. Bachmut würde die Wende bringen, versprach er vollmundig, und kündigte vorschnell eine große Frühjahrsoffensive an. Die Fakten allerdings sehen ganz anders aus: seine Truppen in Bachmut sind nahezu eingeschlossen, weder Nachschub noch Verstärkungen können in die Stadt gebracht werden und die Zahl der ukrainischen Verluste ist extrem hoch. Auf der interaktiven Karte zeigt sich die prekäre Lage für die Selenskij-Soldaten.

Bachmut kann also nicht länger als propagandistisches Mittel für den ukrainischen Erfolg herangezogen werden. Der Wertewesten und Selenskij brauchten also unbedingt schnell eine Alternative, wo sie ihre »großen Fortschritte« belegen können. Das soll jetzt südwestlich von Donezk gelegene Städtchen Wuhledar mit seinen knapp 15.000 Einwohnern sein.

Einen Schönheitsfehler hat dieses Ablenkungsmanöver allerdings: die Zahl der Angriffe gegen Wuhledar in den vergangenen Monaten ist sehr überschaubar und bestand im Allgemeinen aus leichten Scharmützeln zwischen Infantrietrüppchen beider Seiten. Eine größere Offensive wie bei Bachmut gab es um Wuhledar bisher nicht. Dafür ist das Städtchen strategisch auch gar nicht wichtig genug. Anders als Bachmut liegt es nicht an wichtigen Verkehrsknotenpunkten oder in der Nähe größerer Zentren. Wuhledar liegt irgendwo in einer militärisch völlig unbedeutenden Gegend. Scheinbar braucht Selenskij unbedingt irgendwo einen wie auch immer gearteten Erfolg. Und dann muss eben ein Städtchen herhalten, das ohnehin keine wirkliche Bedeutung hat: Wuhledar eben.

Sven von Storch

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