Wer ist verantwortlich für den Giftgasangriff in Idlib_
Wer ist verantwortlich für den Giftgasangriff in Idlib_
Datum: 13.04.2017 - 12:49 Uhr
Der Angriff gegen Idlib hat Opfer gefordert; das scheint so weit fest zu stehen. Doch ob es wirklich ein Gasangriff mit Sarin war und vor allem, wer die Verantwortung dafür trägt, ist nach wie vor eine offene Frage. Immer mehr Ungereimtheiten kommen ans Tageslicht, die die vom CIA, den USA, der EU und Israel verbreitete These, Assad sei für den Angriff verantwortlich, erschüttern. Vor allem die Rolle der Al-Kaida-affinen sogenannten »Weißhelme«, einer selbst ernannten Hilfsorganisation in Syrien, gerät immer mehr ins Zwielicht.
Auf einigen Bildern sieht man, wie die Weißhelme unmittelbar nach dem angeblichen Giftgasangriff den Opfern Erste Hilfe leisten. Sarin, das Giftgas, mit welchem dieser Angriff durchgeführt worden sein soll, wirkt über die Atmungsorgane und die Haut. Die Helfer tragen zwar alle Schutzmasken, berühren aber die Opfer mit bloßen Händen. Auch die Gesichtspartien sind nur unzureichend geschützt. Allein das ist bereits merkwürdig.
Noch mysteriöser aber ist die Quelle, auf die sich die Meldungen von CIA, USA, EU und Israel berufen. Ein »Doktor«, Shajul Islam, war derjenige, der das Gas als Sarin identifizierte. Während immer weitere Opfer, so sein Tweet, das Krankenhaus »überfluteten«, hatte dieser Doktor offenbar alle Zeit der Welt, seine Weisheiten in mehreren Tweets zu unterbreiten. Ein in der Tat seltsames Verhalten eines Arztes in einem Krankenhaus.
Doch nicht weniger widersprüchlich als das Verhalten der »Helfer« vor Ort sind die möglichen Theorien über den Angriff an sich und die Verantwortung derjenigen, die hinter diesem Angriff stecken. Da wäre einmal die bekannte Theorie, Assad hätte den Angriff befohlen. Russland und Syrien führen an, dass ein Luftschlag gegen eine Al-Kaida-Stellung ein dortiges Waffenlager getroffen habe und dort deponiertes Giftgas durch den Angriff frei gesetzt und in das Dorf geweht wurde.
Eine weitere Theorie, sie stammt von Robert Parry (der investigative Journalist deckte die Iran-Kontra-Affäre auf), erwägt, dass eine Drohne von einem jordanischen Stützpunkt abgeschossen wurde. Dieser Stützpunkt wurde in einer Gemeinschaftsaktion von Saudi-Arabien und Israel zur Unterstützung der syrischen Rebellen errichtet. Parry stützt sich dabei auf Quellen, die auch die Motivationslage erläutern: mit dem Angriff sollte Trump dazu gebracht werden, von seiner im März geäußerten Doktrin, die Enthebung Assads aus dem Präsidialamt stünde nicht mehr im Fokus der Syrien-Politik der USA, abzurücken. Eine Taktik, die nach dem heutigen Stand der Dinge offenbar aufgegangen ist.
Mehr zu den vielen Fragen und der neuen Theorie jeweils im us-amerikanischen Originaltext hier:
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