Weiterhin keine Erfolge für Selenskijs Großoffensive
Weiterhin keine Erfolge für Selenskijs Großoffensive
Datum: 02.08.2023 - 10:23 Uhr
Es ist ein hoher Preis, den die Selenskij-Soldaten für ihren großen Feldherrn entlang der Hauptkampflinie im Donbas zahlen müssen. Seit Beginn der Großoffensive Anfang Juni konnten Selenskijs Truppen etwa 15 Quadratkilometer Landgewinn verbuchen. Es handelt sich dabei um Auen, Felder, Wiesen und Wälder. Kein einzig strategisch halbwegs wichtiger Ort konnte besetzt werden. Für diese Landnahme verloren knapp 50.000 Mann aus der Selenskiij-Armee ihr Leben. Pro Quadratkilometer sind das über 3.000 junge Leben - ein sehr hoher Blutzoll, der dauerhaft nicht zu kompensieren ist.
Hinzu kommen die Verluste an schwerem Kriegsgerät. Die meisten von den Ländern des Wertewestens gelieferten schweren Kampfpanzer sind bereits jetzt auf dem Schlachtfeld zu undefinierbaren Klumpen sehr teuren Altmetalls umgeformt worden. Diese offensive Schlagkraft fehlt an allen Ecken und Enden, doch auch der moralische Effekt sollte nicht unterschätzt werden. Die von Selenskij geforderten »Wunderwaffen«, die ihm den Sieg bringen sollten, stellen sich als völlig ungeeignet heraus. Das demoralisiert.
Daran wird auch die avisierte Lieferung der US-Kampfpanzer vom Typ Abrams im September nichts ändern. Zumal das feucht-sumpfige Gelände mit den Hochwiesen und Auen im Donbas alles andere als der optimale Untergrund für den Einsatz der Abrams ist. Der Leopard 2 mit seinen 55 Tonnen Gewicht hat es schon nicht leicht, in den Feuchtgebieten zu agieren; der Abrams geht mit 62 Tonnen Gewicht in den Kampf und ist noch viel mehr auf halbwegs stabilen Untergrund angewiesen.
Beobachter im Westen(!) gehen davon aus, dass Selenskij mit den neuen Panzern - sofern die Biden-Administration sie wirklich pünktlich schickt - noch einmal eine Option auf einen Vorstoß bekommt. Sollte auch der wie alle bisherigen Versuche scheitern, so wird man ihn wohl vor dem kommenden Winter auf den Abschluss eines Waffenstillstands drängen.
Wobei sich die Frage stellt, ob Putin mit seiner Antwort so lange warten wird. Die vor einigen Monaten einberufenen 300.000 Reservisten, die bisher ausschließlich im Ausbildungs- und Übungsmodus waren, sollen laut britischen Berichten (die sich allerdings auf ukrainische Quellen beziehen) zur neuen 25. Armee zusammengestellt worden sein. Eine Armee modernen Zuschnitts umfasst heutzutage etwa 50.000 Mann. Ein solcher Verband mit frischen Streitkräften plus modernem Kriegsgerät kann im Donbas ausschlaggebend sein; vor allem dann, wenn die andere Seite keine Reserven mehr zur Verfügung hat.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment