Weiterer polizeilicher Übergriff dokumentiert

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Weiterer polizeilicher Übergriff dokumentiert
Datum: 02.09.2020 - 10:10 Uhr

Immer mehr verstörendes Bildmaterial von polizeilichen Übergriffen im Umfeld der Großkundgebung »Wir für das Grundgesetz« am vergangenen Wochenende werden publik. Bilder, die eindeutig belegen, dass der eine oder andere Polizist bei seinem Vorgehen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel entweder vollkommen vergessen oder bewusst und gezielt außer Acht gelassen hat.

Wie bereits in einem anderen Beitrag zu diesem Thema erwähnt: die weitaus meisten an jenem Wochenende eingesetzten Polizisten haben eine gute Arbeit gemacht. Aber einige wenige Polizisten sind bei ihrem Vorgehen weit über das gebotene Ziel hinaus geschossen. Bemerkenswerterweise sind derartige Übergriffe lediglich seitens Berliner Polizisten dokumentiert. Die eingesetzten Polizisten der anderen Bundesländer scheinen hingegen entweder den Begriff der Verhältnismäßigkeit der Mittel zu kennen oder aber sie haben keinen Innenminister (in Berlin Innensenator), der sie mit markigen Worten aufgehiezt zu haben scheint.

Ein Video, derzeit lediglich über die Plattform Facebook verfügbar, zeigt einen Gruppenführer der Berliner Polizei (erkennbar an den zwei Punkten unterhalb seiner Dienstnummer), der gezielt auf einen Demonstranten zugeht, der ihm etwas gesagt hat. Der Gruppenführer schubst den Mann wieder und wieder, der Demonstrant hat Mühe, das Gleichgewicht zu halten. Nach dem siebten oder achten Schubser lässt der Polizist von dem Mann ab, dreht sich um und geht zu seinem Zugführer (drei Punkte unterhalb seiner Dienstnummer).

Der geschubste Demonstrant will mit seinem Mobiltelefon offfensichtlich ein Bild von der Rückansicht des Polizisten machen, um die Dienstnummer festzuhalten. Verstärkt durch seinen Zugführer geht der Gruppenführer wieder auf den Demonstranten zu und nimmt ihn von hinten attackierend in einen am Hals angesetzten Würgegriff. Der Mann - Brillenträger - verliert bei diesem Angriff seine Brille und wird im Transportgriff genommen gemeinsam von dem Gruppen- und dem Zugführer, unterstützt von einem dritten Polizisten, vom Ort des Geschehens weggeschleppt.

Die Dienstnummern des Hauptakteurs der Polizei sowie des ihn unterstüztenden Zugführers sind auf dem Video klar zu erkennen. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde sowie eine entsprechende Anzeige wegen Körperverletzung im Amt sollten wohl die entsprechenden Antworten auf derartige Übergriffe sein.

Sven von Storch

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