Weißrussland zwingt irische Passagiermaschine zur Landung in Minsk
Weißrussland zwingt irische Passagiermaschine zur Landung in Minsk
Datum: 25.05.2021 - 12:22 Uhr
Akte der Luftpiraterie waren bisher lediglich von Terroristen oder dem Terrorismus nahestehenden Staaten bekannt. In Deutschland besonders bekannt war die Entführung der »Landshut« 1977, um damit die in Stammheim einsitzenden Führungskräfte der RAF freipressen zu können. Das Ergebnis ist bekannt: mit einer Meisterleistung stürmten die Kräfte der GSG 9 das Flugzeug und befreite sämtliche Geiseln. Ein Zugriff, den es davor und danach nicht noch einmal gab.
Damit war allerdings die Geschichte der Luftpiraterie nicht beendet und aktuell wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das Lukaschenko-Regime in Weißrussland hat eine Passagiermaschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair auf dem Flug von Athen nach Wilna während des Überflugs über den weißrussischen Luftraum mit einer fingierten Bombendrohung sowie aufgestiegenen Kampfjets zur Landung in Minsk, der Hauptstadt Weißrusslands, gezwungen. Dort drangen Sicherheitskräfte Lukaschenkos in die Maschine ein und nahmen einen Regimekritiker sowie dessen Freundin fest. Nach einer Überprüfung des Flugzeugs - eine Bombe konnte selbstverständlich nicht gefunden werden - wurde der Flug nach Wilna fortgesetzt. Ohne den Regimekritiker und seine Freundin.
Eine Passagiermaschine ist exterritoriales Gebiet des Staates, in dem sie lizensiert ist. Nimmt man es ganz genau, so sind die weißrussischen Sicherheitskräfte bewaffnet in Irland einmarschiert. Entsprechend sind die Reaktionen sowohl der irischen Regierung wie auch der EU erfolgt. Es handele sich bei der Aktion Lukaschenkos um eine Flugzeugentführung respektive eines Akts von Luftpiraterie, heißt es unisono.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment