Wahl zum Oberbürgermeister_ SPD-Kandidat in Darmstadt fliegt hochkant raus
Wahl zum Oberbürgermeister_ SPD-Kandidat in Darmstadt fliegt hochkant raus
Datum: 20.03.2017 - 11:16 Uhr
Vor sechs Jahren löste der Grüne Jochen Partsch den damals amtierenden Amtsinhaber Walter Hoffmann (SPD) ab. Dieser Wechsel beendete eine seit dem Zweiten Weltkrieg ununterbrochen andauernde Serie von SPD-Politiker im höchsten Amt der Stadt. In der Stadtverordnetenversammlung Darmstadt bilden CDU und Grüne eine tolerierte Minderheitsregierung, sodass die CDU auf die Aufstellung eines eigenen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters verzichtete. Nur 43,9 Prozent der Wahlberechtigten interessierten sich für diese Wahl und gaben ihre Stimme ab.
Martin Schulz, der "Kein-Programm-Kanzlerkandidat" der SPD, hatte eifrig für seinen Parteifreund Michael Siebel die Werbetrommel gerührt. Der Erfolg: Siebel konnte 16,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Lediglich im nördlichsten Stimmbezirk (Wixhausen!) lag sein Ergebnis mit 29 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. En Schelm, dem jetzt eine Wortspielerei einfällt....
Siebel selbst zeige sich in einer Stellungnahme gegenüber der "FAZ" enttäuscht: "Ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden", sagte Siebel. Er hatte sich gewünscht, zumindest in die für den 02. April vorgesehene Stichwahl zu kommen. Mit seinem Vorhaben ist er grandios gescheitert.
Der Verzicht der CDU auf einen eigenen Kandidaten wird mit der Wahrung der Koalition begründet. Fakt ist aber auch, dass sich niemand gefunden hat, der sich sein bisschen politisches Renommee für einen aussichtslosen Wahlkampf ramponieren lassen wolle. Ähnlich wie bei der "Wahl" zum Bundespräsidenten kneift Merkels Truppe auch hier. Die CDU, so hat es den Anschein, mutiert langsam aber sicher zur Partei der Weicheier und Waschlappen.
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