Wahl in Schweden wird immer mehr zu komplizierter Farbenlehre

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Wahl in Schweden wird immer mehr zu komplizierter Farbenlehre
Datum: 30.08.2022 - 12:15 Uhr

Die Plätze 1 bis 3 bei der kommenden Reichstagswahl in Schweden sind vergeben; allerdings ist die Reihenfolge noch ungeklärt. Derzeit liegen die Sozialdemokraten (hellrot) mit etwa 24 Prozent vorn. Das entspricht einem Verlust von rund drei Prozent gegenüber der Wahl 2018. Auf Rang Zwei folgen die Schwedendemokraten (gold) mit knapp 20 Prozent (plus 2,5 Prozent) vor den Moderaten (königsblau) mit gut 18 Prozent (Verlust von etwa zwei Prozent). Die Entscheidung darüber, wer die kommende schwedische Regierung bildet, fällt aber bei den kleinen Parteien - und da geht es sowohl kunterbunt zu wie auch drunter und drüber.

Die Linkspartei (weinrot) wird aktuell mit etwa 8 Prozent gehandelt (etwa gleich wie 2018) und galt bisher als fester Partner der Sozialdemokraten. Doch der Kniefall der Regierung Andersson vor den Forderungen des türkischen Despoten Erdogan in der Kurdenfrage im Zusammenhang mit dem NATO-Beitritt des Landes hat einen Keil zwischen die beiden Parteien getrieben. Hingegen hat die  Zentrumspartei (dunkelgrün) jüngst erklärt, dass sie mit ihren 6 Prozent (minus 2,5 Prozent gegenüber 2018) den Sozialdemokraten beistehen will. Gleiches gilt für die Milieupartei, den schwedischen Grünen (hellgrün) mit ihren 5 Prozent (ungefähr wie 2018). Gemeinsam käme das linke Lager somit auf etwa 43 Prozent; aber nur, wenn die Linksaußen mitspielen.

Auf der anderen Seite steht die konservative Allianz, bestehend aus tradtionell den Moderaten (20 Prozent), den Kristdemokraten (dunkelblau, 7 Prozent, wie 2018) und den Liberalen (hellblau, 7 Prozent, leichtes Plus). Sie erreichen gemeinsam 34 Prozent. Und die bisher bündnisfreien Schwedendemokraten mit ihren 20 Prozent kommen hier jetzt massiv ins Spiel.

Denn sie könnten alle Planspiele einer erneuten linken schwedischen Regierung einen Strich durch die Rechnung machen. Es gilt aber eine nicht ganz unerhebliche Hürde zu nehmen: Ulf Kristersson,  der Parteivorssitzende der Moderaten, möchte gerne selbst Ministerpräsident Schwedens werden. Sollten aber die Schwedendemokraten - und danach sieht es aktuell aus - vor den Moderaten durchs Ziel gehen, dann wäre Jimmie Åkesson vor Kristersson an der Reihe, eine Regierung zu bilden.

Wobei auch das erst der zweite Schritt wäre. Als erste(r) darf sich der oder die Vorsitzende der aus der Wahl als stärkste Fraktion hervorgehende Partei an einer neuen Regierungsbildung üben. Das wären  nach dem derzeitigen Stand der Umfagen die Sozialdemokraten. Nur, wie schon erwähnt, reicht es bei denen mutmaßlich vorne und hinten nicht.

Es ist kompliziert.

Sven von Storch

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