Vorweihnachtszeit = Spendenzeit
Vorweihnachtszeit = Spendenzeit
Datum: 07.11.2019 - 11:24 Uhr
Jetzt streifen sie wieder auf ihrer Suche nach willigen Opfern durch die Fußgängerzonen oder Einkaufzentren, die Fußtruppen diverser dubioser Vereine, die um Spenden für nicht minder dubiose Projekte betteln. Unterstützt wird diese Bettelei dabei von auf Hochglanzpapier projezierten kleinen, farbigen Mädchen, die mit großen Kulleraugen traurig in das Objektiv der Kamera blicken.
Ja, es gibt diese Mädchen. Und ja, es gibt viel Not in den Heimatländern dieser Mädchen. Aber: der Großteil des eingetriebenen Geldes kommt nicht bei jenen kleinen Mädchen mit den großen Kulleraugen an. Es versickert entweder in dem Wasserkopf jener Vereine oder verschwindet gleich auf Nimmerwiedersehen in den Taschen einzelner Mitglieder. Den Sammlern kann man nur bedingt einen Vorwurf machen. Das sind in der Regel studentische Hiflskräfte, die für solche Aktionen angeworben werden. Und wenn sie nicht für Geldammelaktionen unterwegs sind, dann verteilen sie bei Automessen oder anderen Industriemessen Hochglanzwerbeprospekte.
Es gibt jede Menge Hilfsprojekte, die auf Spenden angewiesen sind. Der Staat zieht sich unter der Merkel-Regierung immer weiter aus seiner Verantwortung für die Menschen in diesem Land zurück. Die Zahl der Obdach- und Wohnungslosen in Deutschland war noch nie so hoch wie jetzt. Das gleiche gilt für die von Armut betroffenen und bedrohten Rentner, Kinder und sogar Erwerbstätige. Die Tierheime kriechen finanziell auf dem Zahnfleisch, an jedem Bahnhof oder vor jedem Einkaufszentrum sitzen einheimische Obdachlose und haben Hunger oder Durst. Die Tafeln sind längst an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angekommen.
Ja, wer will (und vor allem kann), der sollte spenden. Doch dann bitte direkt und am besten vor Ort, denn dann kommt das Geld viel sicherer auch bei den wirklichen Bedürftigen an.
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