Vorstand eines Flüchtlingshilfevereins soll zwei Millionen Euro veruntreut haben

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Vorstand eines Flüchtlingshilfevereins soll zwei Millionen Euro veruntreut haben
Datum: 01.06.2018 - 10:01 Uhr

Mit Hereinbrechen der Flüchtlingswelle über Deutschland ab September 2015 schossen neue, mitunter ominöse, sogenannte Flüchtlingshilfevereine wie Pilze aus dem Boden. Bei den bereits existierenden Vereinen klingelten auf einmal die Kassen wie noch nie. Vor allem die kirchlichen Vereine und Institutionen, wie zum Beispiel Caritas, verdienten sich an der Betreuung dieser »Flüchtlinge« eine goldene Nase. Aber auch unabhängige Vereine, wie der von Deniz A., scheffelten auf einmal Geld wie Heu. Vor allem dann, wenn wie bei A.. die Schwester eine hohe Position im NRW-Ministerium bekleidet und daher die Prüfungen des Gebahrens dieses Vereins gegen Null tendierten.

Gelegenheit macht Diebe, sagt ein altes deutsches Sprichwort. Deniz A. war offensichtlich bereits so weit in Deutschland integriert, dass er dieses Sprichwort nur zu gut kannte. Jedenfalls zwackte er im Laufe der Zeit etwa zwei Millionen Euro von dem vielen Geld, das der Verein für seine Flüchtlingshilfsdienste erhielt, direkt in die eigene Tasche ab. Laut Bericht des »Kölner Express« soll A. damit einen repräsentativen Lebensstil gepflegt haben und sich durch Sponsoring diverser regionaler Sportvereine als Mäzen und Gönner aufgespielt haben.

Da es ja nicht sein Geld war, fiel es Deniz A. offenbar leicht, sich großzügig zu zeigen und sich von Honoratoren der Stadt und des Landes hofieren zu lassen. Eine Kontrolle über den Fluss und der Verwendung des üppig fließenden Geldes gab es nicht: der zuständige »Kontrolleur« saß ebenfalls im Vorstand des Vereins. Nun sitzt Deniz A. in Untersuchungshaft. Der neue Vereinsvorsitzende verspricht, die Ermittlungen mit ganzer Tatkraft zu unterstützen. Er heißt Bülent A. - und ist der Bruder des Verhafteten.

 

 

Sven von Storch

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