Von Dänemark zur Abschiebung Verurteilte büßen ihre Strafen im Kosovo ab
Von Dänemark zur Abschiebung Verurteilte büßen ihre Strafen im Kosovo ab
Datum: 28.04.2022 - 10:14 Uhr
Für einige Strafgefangene in Dänemark heißt es jetzt »Koffer packen«. Auf sie wartet nicht die Entlassung, sondern ein Umzug. Zumindest dann, wenn sie zu der Gruppe der Strafgefangenen gehören, bei denen sich nach Abbüßung ihrer Haftzeit unmitttelbar die Abschiebung aus Dänemark anschließt. Sie sollen, so hat es das dänische Parlament im vergangenen Winter beschlossen, ihre Haftsstrafe außerhalb Dänemarks verbüßen und von dort direkt in ihre Heimatländer abgeschoben werden. Zu diesem Zweck haben Dänemark und das Kovoso einen Vertrag über die dauerhafte Anmietung von 300 Plätzen für zur Abschiebung Verurteilter in kosovarischen Gefängnissen abgeschlossen. Die Umsetzung dieses Parlamentsbeschlusses tritt mit dem kommenden 1. Mai in Kraft.
Für zahlreiche Insassen dänischer Gefängnisse ist dann erst einmal Schluss mit dem Luxusleben. Zwar hat das Kosovo zugesagt, die bisher in den Haftanstalten im Land üblichen Standards anzuheben, allerdings ist davon auszugehen, dass die Bedingungen in dem Balkan-Land nach wie vor weit weniger angenehm und bequem als in den dänischen Luxusgefängnissen sind.
»Ich finde es fantastisch, dass wir sie jetzt so schnell wie möglich aus dem Land ausweisen können«, hatte im vergangenen Dezember Dänemarks Justizminister Nick Hakkerup der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau gesagt.
Für die Standorte erhält das Kosovo jährlich 15 Millionen Euro sowie zusätzlich 6 Millionen Euro Entwicklungshilfe.
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