Virginia Raggi will keine neuen Migranten aufnehmen
Virginia Raggi will keine neuen Migranten aufnehmen
Datum: 15.06.2017 - 10:15 Uhr
Für Virgina Raggi, Bürgermeisterin von Rom, ist das Maß voll. In einem Schreiben an die Präfektin Paola Basilone betonte Raggi, dass die italienische Hauptstadt einem zu großen Druck wegen der massiven Migrantenwelle der letzten Monaten ausgeliefert sei. Rom werde weder weitere Migranten aufnehmen noch weitere Unterkünfte zur Verfügung stellen. Die Stadt sei dazu schlicht und ergreifend nicht mehr in der Lage.
Hintergrund dieser klaren Positionierung ist die aktuelle Ankunft tausender Migranten auf Sizilien. Für sie sucht das Innenministerium nach zusätzlichen Unterkünften. Rund 1.100 neue Plätze sollen in den nächsten Monaten in Kasernen, Sporthallen und anderen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden.
Die Zahl der Wirtschaftsflüchtlinge aus Nigeria, Bangladesch, Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) und Gambia, die den Weg über die Mittelmeerroute nach Italien genommen haben und von den Schiffen zahlreicher nicht-staatlicher Organisationen (NGO) quasi per Freifahrtschein von der libyschen Küste aus herangekarrt wurden, befindet sich auf Rekordkurs. In diesem Jahr haben aktuell fast 62.000 dieser Migranten auf diesem Weg Italien erreicht. Das sind 17 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, teilte das italienische Innenministerium mit.
In Rom haben sich im Zuge der Flüchtlingskrise ganze Straßenzüge und Stadtviertel in Ghettos verwandelt, in denen die Grundlagen des Zusammenlebens in einer zivilisierten Welt nicht mehr gelten. Die Staatsgewalt zählt dort nicht mehr, Banden haben dort das Zepter übernommen. Dieser Entwicklung will Raggi einen Riegel vorschieben und Sorge dafür tragen, dass in Rom wieder Recht und Ordnung Einzug halten. Weitere Migrantenunterkünfte und die damit verbunden Zuwanderung dieser Menschen stünden diesem Ansinnen diametral entgegen.
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