Viele ausländische Soldaten in der Ukraine legen Waffen nieder

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Viele ausländische Soldaten in der Ukraine legen Waffen nieder
Datum: 06.07.2022 - 09:08 Uhr

Für den Krieg sein, von daheim aus im eigenen TV-Sessel, und auch noch immer wieder Durchhalteparolen von sich geben oder noch mehr Waffen fordern respektive versprechen und sogar vom Einsatz von Atomwaffen schwadronieren - ja, das ist leicht. Da werden ganze Batterien von Parolen abgefeuert, im Wechsel mit dem Dauerfeuer an hohlen Phrasen und im gleichen Maße wortreichen wie sinnfreien Stellungnahmen. Vor Ort aber, an der Front, da wo es knallt, kracht und rummst, stellt sich die Situation ganz anders dar. Das aber ist für die »Strategen an der Heimatfront« eine Nummer zu groß; das verstehen sie nicht.

Die zahlreichen ausländischen Söldner, die sich der ukrainischen Armee in der »Internationalen Legion« (IL) angeschlossen hatten, haben diese Erfahrung gemacht. Sie »durften« außerdem erfahren, dass sie von der militärischen Leitung in Kiew immer dahin beordert wurden, wo die Kämpfe besonders heftig waren. Entsprechend hoch war auch der Blutzoll in ihren Reihen.

Von denen, die noch am Leben sind, haben die meisten jetzt aber endgültig die Nase gestrichen voll. Sie legen ihre Waffen nieder und gehen nach Hause. Von einstmals knapp 7.000 Söldnern war ihre Zahl bereits Anfang Juni auf etwas über 3.000 geschrumpft. Von diesem Restbestand kehrt ein Großteil jetzt dem Krieg den Rücken. »Es hat keinen Sinn mehr«, wird ein ranghoher Dienstgrad der IL in einem Bericht von AFP zitiert.

Sven von Storch

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