Versuchte Geschichtsänderung durch muslimische Verbände

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Versuchte Geschichtsänderung durch muslimische Verbände
Datum: 05.12.2017 - 07:51 Uhr

Morgen ist Nikolaus-Tag, benannt nach dem Heiligen Nikolaus, einem Christen aus dem frühen 4. Jahrhundert, der als Schutzpatron von Kindern, den Seefahrern, den Händlern sowie weiteren Volks- und Berufsgruppen gilt. Nikolaus ist also nicht nur ein Heiliger, sondern war auch eine charismatische Persönlichkeit. Er war den Menschen derart wichtig, dass einige italienische Kaufleute im 12. Jahrhundert, als die Stätte, an der Nikolaus beerdigt wurde, in die Hände der Osmanen fiel, seine Gebeine nach Bari verbrachten und dort in die eigens für ihn errichteten Basilica San Nicola betteten. So weit die geschichtlichen Fakten.

Doch seit einiger Zeit versuchen muslimische Verbände regelmäßig kurz vor dem 06. Dezember aus dem christlichen Nikolaus einen Türken zu machen. Denn sowohl der Geburtsort Nikolaus´ wie auch die Region seiner Tätigkeit liegen unbestritten in der heutigen Türkei. Aber: zur Zeit des lebenden Nikolaus´ lebten die Türken als Nomaden in ihrer ursprünglichen Heimat in Mittelasien. Patara, der Geburstort, und Myra, die Stadt, in der Nikolaus hauptsächlich wirkte, gehörten zu Lykien, einer römischen Provinz. Anders ausgedrückt: als Nikolaus lebte, kannte man die Türken in der damals zivilisierten Welt überhaupt nicht.

Doch damit nicht genug. Selbst der Namensgeber der christlichen Religion, Jesus Christus, soll zum Palästinenser verklärt werden. Das zumindest versuchen einige palästinensische Gruppen immer wieder in der Adventzeit als historische Tatsache zu verkaufen. Schließlich lebte und wirkte Jesus insbesondere in Bethlehem, einer Stadt in Palästina, so die Argumentation. Zudem habe die Region historisch über viele Jahre Palästina geheißen. Zumindest war das die Begründung des Palästinenserführers Abbas im Dezember 2013, die immer wieder aufs Neue angeführt wird.

Das mit dem Namen der Region ist fast richtig; aber eben auch nur fast. Denn zu Jesu Geburt war die Region, in der Nazareth und Bethlehem, sein Geburtsort, lagen, nun einmal die römische Provinz Judäa. Noch exakter wäre die Angabe, dass Nazareth im damaligen Galiläa lag und Bethlehem direkt in Judäa. Die Römer aber hatten alle dortigen Regionen (Galiläa, Samaria, Judäa und Idumäa) unter der Verwaltungseinheit »Judäa« zusammengefasst. Historisch korrekt ist also, dass Jesus Judäer war. Denn erst im Jahre 135 der neuen Zeitrechnung, also etwa 100 Jahre nach der Kreuzigung Christi, wurde die Provinz umbenannt in »SyriaPalästina«. Jesus war also mitnichten Palästinenser.

Doch jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit tauchen solche versuchten Geschichtsverfälschungen in den diversen Medien auf; und von Jahr zu Jahr verstärken sie sich.

Sven von Storch

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