Verlängerung der Laufzeiten deutscher AKW zur Gaseinsparung abgelehnt

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Verlängerung der Laufzeiten deutscher AKW zur Gaseinsparung abgelehnt
Datum: 24.08.2022 - 11:36 Uhr

Derzeit verschwendet Deutschland das knapp Gas, um daraus Strom zu produzieren. Das ist nicht nur in hohem Maße ineffektiv, sondern aufgrund des aktuellen Gasmangels schlicht und ergreifend dumm und kurzsichtig. Es gibt einfache und effektive Alternativen zur Stromproduktion in ausreichendem Maße: die deutschen Atomkraftwerke. Aber da macht Habeck nicht mit. Ihm fehlt die Einsicht in die Notwendigkeiten komplett. Stattdessen feuert er unreflektiert die ihm eingetrichterten politischen Phrasen ab.

Man würde, so behauptet Habeck, bei einem Weiterbetrieb der Atomkraftwerke den Gasverbrauch um maximal zwei Prozent senken. Woher Habeck seine »Weisheit« bezieht, verrät er allerdings nicht. Stattdessen haut er einen Satz raus wie den folgenden: »Für das wenige, was wir da gewinnen, ist es die falsche Entscheidung.«

In anderen EU-Ländern sieht man das allerdings ganz anders. Aus Sicht von Ländern wie Ungarn, Rumänien, der Slowakei und Frankreich könnte ein Weiterbetrieb deutscher Atomkraftwerke erheblich dazu beitragen, Gas zu sparen, da in der Bundesrepublik zuletzt noch immer etwa 15 Prozent des Stroms von Gaskraftwerken erzeugt wurde.

»Wenn Deutschland Gas sparen möchte, dann möge es doch bitte seine Atomkraftwerke weiterlaufen lassen - beziehungsweise die drei, die letztes Jahr abgeschaltet wurden, die könnten ja wieder ans Netz gehen«, kritisierte etwa der slowakische Wirtschaftsminister Richard Sulík im vergangenen Juli am Rande von EU-Beratungen in Brüssel.

Seinen Angaben zufolge könnten mit dem Weiterbetrieb der sechs AKW 15 Milliarden Kubikmeter Gas gespart werden. Dies sei die Hälfte der Menge, die die EU mit ihrem Gassparplan einsparen wolle, sagte er. Deutschland verbrauchte 2021 ungefähr 91 Milliarden Kubikmeter Gas (Statista). Würden durch den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke 15 Milliarden Kubikmeter Gas eingespart werden, entspräche das einem Anteil von etwa 16 Prozent - und nicht etwa zwei Prozent, wie Habeck behauptet.

Ach ja, im Juli hatte Habeck sogar noch behauptet, die Verlängerung der Atomkraftwerke würden nur 0,7 Prozent Gas einsparen. Jetzt, einen Monat später, hat sich die Menge schon verdreifacht. Zum kommenden Weihnachtsfest hat er vielleicht die reellen Zahlen parat.

 

 

Sven von Storch

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