Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Krieges sind keine Beschwichtigung
Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Krieges sind keine Beschwichtigung
Datum: 29.06.2022 - 12:08 Uhr
Nicht alle hochrangigen US-Politiker und Experten folgen der Kriegsrhetorik und -politk der Biden-Administration. Charles A. Kupchan, Professor für internationale Angelegenheiten an der Georgetown University und Senior Fellow am Council on Foreign Relations, hat in einem Beitrag bei Politico das Ende des Ukraine-Krieges gefordert und Biden in die Verantwortung dafür genommen. Es sei an der Zeit, dass Biden »den Tisch für Friedensverhandlungen decke.« Die Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Krieges sind keine Beschwichtigung, sagt Professor Kupchan, sonder seien der einzig richtige Weg.
Ein Ziel, dass eher früher als später eintreten muss. Der Ukraine fehlt wahrscheinlich die Kampfkraft, um Russland von seinem gesamten Territorium zu vertreiben, und die Dynamik auf dem Schlachtfeld verschiebt sich zugunsten Russlands, so der Professor. Je länger dieser Konflikt andauere, desto größer seien Tod und Zerstörung, desto schwerwiegender seien die Störungen der Weltwirtschaft und der Nahrungsmittelversorgung und desto höher sei das Risiko einer Eskalation zu einem umfassenden Krieg zwischen Russland und der NATO.
»Die transatlantische Einheit beginnt zu bröckeln, wobei Frankreich, Deutschland, Italien und andere Verbündete angesichts der Aussicht auf einen längeren Krieg beunruhigt sind – insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Inflation.«
Washington solle es vermeiden, sich selbst in die Enge zu treiben, indem es eine Katastrophe vorhersagt, wenn Russland die Kontrolle nach dem Ende der Kämpfe über einen Teil der Ukraine behalte. Solche Prognosen erschweren Kompromisse – und riskieren, die geopolitischen Auswirkungen aller territorialen Gewinne Russlands zu vergrößern.
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