Vergewaltigungsopfer sollen zu Erlebenden umgedichtet werden

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Vergewaltigungsopfer sollen zu Erlebenden umgedichtet werden
Datum: 23.02.2017 - 07:18 Uhr

Die Mittvierzigerin Sanyal stieß in der Vergangenheit bereits mehrfach mit ihren Versuchen der zwanghaften Verbiegung der deutschen Sprache auf Unverständnis und Widerstand. Hielten sich zu jener Zeit jedoch Frauenrechtler und andere Initiativen, die sich für mehr Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann einsetzen, mit Kritik zurück, so zählen diese jetzt den jüngsten Vorschlags der »Doktora der Kulturwissenschaften« öffentlich und in aller Deutlichkeit an.

Für Frauen ist eine Vergewaltigung das am meisten erniedrigende Verbrechen. Viele dieser Opfer leiden über Jahre an den psychologischen Folgen dieser Tat; manche ein Leben lang. Und manche dieser Opfer wissen keinen anderen Ausweg mehr als den Suizid. Sanyal will diese Opfer jetzt sprachlich herabwürdigen. Man solle, so Sanyal, bei einer Vergewaltigung nicht mehr von einem »Opfer« sprechen, sondern diese zukünftig als »Erlebende« bezeichnen. Und sie liefert gleich eine Begründung mit. Unter einem Opfer versteht man im Allgemeinen Menschen die, so schreibt Sanyal in der »taz«, »wehrlos, passiv und ausgeliefert sind«. Genau das sind die Opfer in einer solchen Situation auch. Und dabei ist es vollkommen unabhängig, welchen Geschlechts dieses Opfer ist. 

Sanyals Vorschlag der Umdichtung dieser Opfer stößt bei zahlreichen Initiativen der Frauenbewegung auf erheblichen Widerspruch. Protest erhebt sich von »Terre des Femmes« bis zu den »Störenfriedas«. Laut der Zeitschrift »Emma« lautet der Grundtenor dieser Proteste: »Vergewaltigung ist kein Konzertbesuch.« Zahlreiche weitere Organisationen haben sich dem offenen Brief gegen die Umwandlung des Opferbegriffes angeschlossen. Denn, so der Abschlusssatz des Briefes,: »Sexuelle Gewalt ist kein Erlebnis. Sexuelle Gewalt ist ein Verbrechen.«

Sven von Storch

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