USA und Israel verlassen die UNESCO
USA und Israel verlassen die UNESCO
Datum: 13.10.2017 - 08:04 Uhr
Vor knapp sechs Jahren, am 31. Oktober 2011, nahm die Unesco als erste Institution der Vereinten Nationen, die palästinensischen Autonomiegebiete als Vollmitglied auf. Mit diesem Schritt hob die »Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur«, so der vollständige Name der Unesco, die Autonomiegebiete auf den Status eines souveränen Staates. Dass dabei die diversen ungeklärten Fragen rund um die Eigenstaatlichkeit Palästinas, die nach wie vor im Raum stehen und von elementarer Bedeutung sind, vollkommen außer Acht gelassen wurden, sorgte vor allem in den USA und Israel für Missstimmung.
Die USA kürzten als Reaktion auf diesen Alleingang der Unesco unter dem damaligen Präsidenten Obama ihr finanzielles Engagement um über 80 Millionen US-Dollar pro Jahr. Das machte gut ein Fünftel des Gesamthaushaltes der Unesco aus. Weil die UN jetzt die USA dazu aufforderten, ihre angeblichen Zahlungsrückstände in Höhe von 500 Millionen US-Dollar zu begleichen, erklärte Washington den Austritt der USA aus der Unesco.
Doch auch die Beteiligung der Unesco an diversen umstrittenen Projekten sorgten dafür, dass die Entscheidungen aktuell so getroffen worden. Vor allem das überstarke Engagement der Institution bei sogenannten Gender Studies und diverser anderer in diese Richtung laufenden Aktivitäten sorgten für erhebliche Kritik bei den Regierungen in Washington und Israel. Als die Unesco im vergangenen Juli Hebron, eine Stadt, die schon im Alten Testament Erwähnung fand, zum Weltkulturerbe ernannte und als »islamisch« bezeichnete, war für die Regierung in Tel Aviv das Maß voll.
Statt Geschichte zu bewahren, würde diese in der Unesco verzerrt, begründete Israels Staatschef Benjamin Netanjahu den Austritt seines Landes. Die Unesco sei »zum Schauplatz der Absurdität geworden«, ließ er über sein Büro mitteilen.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment