US-Präsident Trump will zu den Grundprinzipien der Militärpolitik zurückkehren

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US-Präsident Trump will zu den Grundprinzipien der Militärpolitik zurückkehren
Datum: 17.06.2020 - 12:26 Uhr

Über viele Jahrzehnte galten die USA mit ihren in allen Winkeln der Welt präsenten und eingesetzten Streitkräften als Weltpolizist. Viele US-Präsidenten sonnten sich im Licht dieses mehr als zweifelhaften Ruhms. Vor allem Trumps Vorgänger Obama gefiel sich ganz besonders als Kriegspräsident - obwohl ihm der Friedensnobelpreis ausgehändigt wurde. Der jetzige US-Präsident Donald Trump ist da von ganz anderem Schlag. Nicht nur, dass er bei seiner Wahlkampagne einen Slogan aufnahm, der vor dem Zweiten Weltkrieg im Namen einer Friedensbewegung der USA geführt wurde (»America First Committee«), er setzt auch seine Ankündigungen, die in manchen Punkten nahezu deckungsgleich zu den damals erstellten Forderungen sind, konsequent um.

Das AFC hatte sich bis zum 07. Dezember 1941 dafür ausgesprochen, dass sich die USA keinesfalls in die militärischen Auseinandersetzungen im Krieg einmischen sollten. Die US-Soldaten sollten die USA verteidigen und das Land vor äußeren Feinden schützen. Eine Beteiligung der USA am Krieg in Europa lehten das AFC konsequent ab. Bekannteste Persönlichkeit dieser Isolationspolitik war der Atlantiküberquerer Charles Lindbergh. Nach dem Überfall der kaiserlich-japanischen Streitkräfte auf Pearl Harbour, der in den frühen Morgenstunden des 07. Dezember 1941 (Ortszeit) erfolgte, verschwand die in den USA bis dahin weit verbreitete Unterstützung für die Aspekte des AFC unmittelbar, ebenso wie die Bewegung insgesamt. 1980 wurde das America First Committee neu belebt, die Ziele waren nahezu identisch mit denen vor dem Angriff auf Pearl Harbour.

Genau diese Ziele nimmt US-Präsident Trump in seiner aktuellen Ansprache vor Absolventen der Militärakadmie West Point auf und hat verkündet, dass er die »Ära endloser Kriege« beenden werde. Die US-Verteidigungspolitik werde zu ihren Grundprinzipein zurückkehren. Die Aufgabe des amerikanischen Soldaten, so Trump, bestehe darin, die USA zu verteidigen und das Land vor äußeren Feinden zu schützen. Man sei nicht verantwortlich dafür, »alte Konflikte in fernen Ländern zu lösen, von denen viele Menschen nicht einmal gehört haben.«

Und weiter: »Die USA sind nicht mehr der Weltpolizist. Allerdings müssen unsere Feinde wissen, dass wir niemals zögern werden, wenn unser Volk in Gefahr ist. Und wenn wir zum Kampf greifen, werden wir von nun an nur noch kämpfen, um zu gewinnen.«

Sven von Storch

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