Ungarn verbietet stalinistische Gyula Horn-Promenade

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Ungarn verbietet stalinistische Gyula Horn-Promenade
Datum: 29.08.2024 - 09:18 Uhr

Nun hat ein Gericht die eigenmächtige und illegale Entscheidung der städtischen Generalversammlung aufgehoben.

Bereits im Mai 2022 initiierte die links-grüne Stadtverwaltung des XIII. Budapester Bezirks die Benennung eines öffentlichen Platzes nach Gyula Horn. Dieser war an der brutalen und stalinistischen Niederschlagung der 1956-er-Revolution beteiligt gewesen, indem er (von November 1956 bis Juni ’57) in die für ihre Brutalität bekannten stalinistischen “Steppjacken-” (“Pufajkasok”)-Paramilitär-Kampfverbände eintrat, welche u.a. ungarische Freiheitskämpfer folterte und ermordete.

Damit aber hatte die linke Stadtversammlung gegen ein Gesetz über die lokale Selbstverwaltung Ungarns verstoßen. Demnach nämlich darf  kein öffentlicher Raum oder keine öffentliche Institution den Namen einer Person tragen, die an der Errichtung, dem Aufbau oder der Aufrechterhaltung autoritärer politischer Systeme im 20. Jahrhundert beteiligt gewesen war, oder einen Begriff oder den Namen einer Organisation verwendet, der sich direkt auf ein autoritäres politisches System des 20. Jahrhunderts bezieht.

Nun also hat das Gericht entschieden, dass kein öffentlicher Platz im XIII. Bezirk nach Gyula Horn benannt werden darf, sodass die Entscheidung der linken städtischen Budapester Generalversammlung aufgehoben wurde.

Ungarns Kampf gegen den linken Woke-Stalinismus

Gyula Horn wirkt heute wie das Fossil eines Polit-Dinosauriers eines längst vergangenen historischen Pleistozäns.

Aus diesem Grund hatte ihm (anlässlich seines 75. Geburtstags) der damalige konservative ungarische Staatspräsident Solyom (am 5. Juli 2007) die Verleihung des sogenannten „Großkreuzes der Republik Ungarn“ verweigert. Ein Akt der Zivil-Courage innerhalb einer sozialistisch-ultraliberalen ungarischen Regierung. Dafür hatte ihn nämlich der (Lügen- und Prügel-Ex-Sozia-Ministerpräsident Ferenc-Gyrurcsany auserwählt.

Auch nicht uninteressant: Noch 1990 hatten naiv-linke West-Gutmenschen-Schönwetter-Politiker den umtriebig-opportunistischen Post-Stalinisten mit dem Aachener Karlspreis ausgestattet.

“Er ist eine herausragende europäische Persönlichkeit, auf ihn sollte man stolz sein.” (Jean-Claude Juncker, Ex-EU-Kommissions-Präsident)

Mit seiner Grenzzaun-Bolzenschneider-Aktion (wofür dem gebrechlichen Horn schon das Halten des Werkzeugs Mühe bereitete) konnte er aber sein „fehlendes Schuldbewusstsein“ (Neue Zürcher Zeitung) nicht mehr überspielen. Die Ablehnung des Staatspreises zeigte,…

…„dass Politiker in Ostmitteleuropa manchmal eine weit klarere Sicht auf das Wesen des Kommunismus haben als viele ihrer westlichen Kollegen.“ (NZZ)

Hartnäckig verdrängten diese nämlich Horns Mitgliedschaft in der stalinistischen paramilitärischen «Steppjacken-Brigade» («Pufajkasok»): Diese hatte ehemalige 56er-Revolutionäre verfolgt und sie den Folterknechten überantwortet. Clever-hintertriebig war Horn allzumal:

„Manche sehen (darin) … den Versuch einer zutiefst korrupten, aber äußerst flexiblen Schicht, auch im Postkommunismus wirtschaftliche Vorteile und politische Macht zu sichern, was ja dann auch bestens gelang.“ (NZZ – s.u.)

Sven von Storch

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