Ungarn macht Weg für NATO-Mitgliedschaft Schwedens frei

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Ungarn macht Weg für NATO-Mitgliedschaft Schwedens frei
Datum: 06.03.2024 - 10:20 Uhr

Ungarns Zustimmung zu einer schwedischen NATO-Mitgliedschaft ist jetzt klar. Schweden wird höchstwahrscheinlich innerhalb der nächsten Woche offizielles Mitglied des von den USA kontrollierten Militärbündnisses sein. Die Dokumente müssen nun nach Washington geschickt werden, um sie beim US-Außenministerium zu hinterlegen. Damit geht der lang gehegte Wunschtraum der Biden-Militärs in Erfüllung.

Ob der Beitritt Schwedens zum Militär- und Kriegsbündnis NATO allerdings den erwünschten Erfolg hinsichtlich eines Engagement des Bündnisses im Donbas erbringen wird, ist mehr als zweifelhaft. Denn Schwedens ehemaliger Militärchef Johan Hederstedt glaubt nicht mehr an einen Sieg Selenskijs.

Johan Hederstedt sagt in einem Interview mit Svenska Dagbladet (hinter Bezahlschranke), dass es die Überzeugung gibt, dass Artillerie den Krieg entscheiden werde, sowohl im Westen wie auch bei Selenskij und seinem Militärstab. »Damit die Ukraine im Jahr 2024 den Krieg gewinnen kann, wären unglaubliche Mengen an Langstreckenwaffensystemen für den Boden- und Luftzielkampf, gepanzerte Fahrzeuge, Minenräumfahrzeuge und bis zu 500.000 Soldaten erforderlich«, sagt Hederstedt. Die derzeitige Unterstützung »reicht gerade einmal aus, um das weitere Ausbluten zu stoppen«, fährt er fort.

Johan Hederstedt, der von 2000 bis 2003 schwedischer Oberbefehlshaber der Armee war, stellt außerdem fest, dass die Motivation jüngerer Ukrainer, sich zu verpflichten, nachgelassen hat. »Ich sehe keine militärische Lösung für den Krieg«, sagt er gegenüber SvD. Auf Brigadeebene fällt es den ukrainischen Einheiten laut Hederstedt schwer, in Bereichen wie Feuerkontrolle, Bewegung, Panzerung, Infanterie, Bergbau und Artillerie effektiv zusammenzuarbeiten.

Gleichzeitig betont er, dass Russland aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und seine Strategie insbesondere auf der Ebene der Kampftechnologie verbessert habe. »Sie beherrschen Täuschungsmanöver und eine sorgfältige Logistik, einschließlich der Produktion von Munition und Ersatzteilen.« Ergänzend weist Hederstedt auf Defizite der Ukraine hin und nennt die Eroberung von Avdijivka als Beispiel für die Trägheit und das hierarchische Denken der Armee. Laut Hederstedt hat die ukrainische Armee trotz westlicher Ausbildung zu spät reagiert und Schwierigkeiten bei der Planung, Ressourcenkoordinierung und Durchführung von Verzögerungsgefechten gezeigt.

Sven von Storch

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