Ungarisches Verteidigungsministerium ruft Migrationskabinett ein

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Ungarisches Verteidigungsministerium ruft Migrationskabinett ein
Datum: 10.12.2019 - 11:45 Uhr

Ungarn sieht sich einem erneuten Migrantenansturm ausgesetzt. An der südlichen Grenze zu Serbien sei die Lage ähnlich wie im Herbst 2015. Aus diesem Grund hat Szilárd Német, Staatssekretär im ungarischen Verteidigungsministerium, das Migrationskabinett der Fidesz-Fraktion im Parlament einberufen. Man werde sich keinesfalls wie vor vier Jahren überrennen lassen.

Vor wenigen Tagen hat der ungarische Grenzschutz Videoaufnahmen über die Vorgänge an der Grenze zu Serbien veröffentlicht. Darauf ist klar zu erkennen, wie Gruppen von schwarz gekleideten Männern die Grenzanlagen beschädigen, darüber klettern und dann über die naheliegenden Felder verschwinden.

Csaba Dömötör, Staatssekretär im Büro des Ministerpräsidenten, stellte anhand dieser Bilder eindeutig klar: »Wer aus welchem Grunde auch denken mag, dass der Migrationsdruck auf Europa nachgelassen habe, der soll sich diese Bilder ansehen. Was wir seit 2015 erleben, ist erst der Anfang. Millionen warten in der Türkei nur darauf, in Richtung Europa loszuziehen. Deshalb ist der Schutz der Grenzen wichtiger denn je.«

Die Migranten haben in der Zwischenzeit mannigfaltige Möglichkeiten des illegalen Grenzübertritts für sich entdeckt. Neben des Überklettern der Grenzanlagen gehören auch etliche Tunnelbauten dazu, die unter den Sicherungsanlagen hindurch auf ungarisches Territorium führen. Bei Ásotthalom wurde in der vergangenen Woche ein 34 Meter langer Tunnel entdeckt, 44 Personen konnten beim Versuch des illegalen Übertritts gefasst werden. Ein anderer, 22 Meter langer Tunnel, konnte entdeckt und noch vor Vollendung zerstört werden. Dennoch ist die Zahl der illegalen Grenzübertritte im November 2019 mehr als doppelt so hoch wie im Verlgeichsmonat 2018.

Sven von Storch

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