Und wieder hetzt Wanderwitz gegen Ostdeutsche

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Und wieder hetzt Wanderwitz gegen Ostdeutsche
Datum: 08.07.2021 - 10:40 Uhr

Für das Altparteienkonglomerat sind die fünf Länder im Osten der Republik so etwas wie »das unbekannte Land«, die letzte Grenze. Mit immer denselben abgedroschenen Thesen können sie bei den Menschen dort nicht punkten. Die nämlich lassen sich nicht mehr so leicht hinters Licht führen. Da können die Mainstreammedien ihre linientreuen einheitlichen Berichte wieder und wieder auf die Menschen niederprasseln lassen, in den 40 Jahren unter dem SED-Regime haben sie ein feines Gespür für Falschmeldungen und Propaganda entwickelt. Das verärgert selbstverständlich Merkel und Konsorten und so muss der Ostbeauftragte Marco Wanderwitz, selbst aus Chemnitz stammend, wieder und wieder gegen die Ostdeutschen und ihr angebliches Defizit zur Demokratie hetzen.

Passend zum Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit, der am gestrigen Mittwoch veröffentlicht wurde, durfte Wanderwitz wieder hetzen. Fakt ist, dass es mehr als 30 Jahre her ist, dass sich die Menschen in den östlichen Ländern vom Joch des SED-Regimes befreiten. Doch noch immer herrscht in vielen Bereichen eine enorme Ungleicheit zwischen West und Ost.

Vor allem aber haben die Menschen im Osten gelernt, Polit-Propaganda als solche zu erkennen. Sie sind 1989 auf die Straßen gegangen, um eine Diktatur abzuschaffen und sich für die Demokratie einzusetzen. Sie erkennen, wann eine Demokratie in Gefahr ist, sie haben keine »vertiefte Grundskepsis« gegenüber der Demokratie und dem Rechtsstaat - ganz im Gegenteil. Sie haben ein feines Gespür dafür, wenn eine Regierung die Demokratie gefährdet.

Spätestens 2015, als Merkel höchstpersönlich zahlreiche in Deutschland geltende Gesetze und international verbindlich abgeschlossene Vereinbarungen brach, wurden die Menschen im Osten hellhörig. Das Zensurgesetz von Maas, die hinter verschlossenen Türen getroffenen Vereinbarungen der Ministerpräsidentenkonferenz (an der Merkel laut Bestimmungen gar nicht teilnehmen durfte) und die permanente Berieselung des regimetreuen öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der Verbreitung regierungsfreundlicher Propaganda erinnert die Menschen im Osten immer wieder und immer deutlicher an das SED-Regime, welches sie vom Hof jagten. So etwas wollen sie nicht schon wieder erleben. Genau gegen diese Vorgänge haben sie eine »vertiefte Grundskepsis«. Und womit? Mit Recht!

Sven von Storch

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