Unabhängige Wählergemeinschaften stark, Grüne sehr schwach
Unabhängige Wählergemeinschaften stark, Grüne sehr schwach
Datum: 16.03.2020 - 10:54 Uhr
Eine Kommunalwahl hat ihre ganz eigenen Gesetze. Da geht es mehr um die Leitung und das Auftreten der Politiker vor Ort und nicht um groß angelegte, teilweise sogar global ausgerichtete, Kampagnen. Vor allem aber stehen hinter den einzelnen Kandidaten nicht finanzstarke Lobbygruppen, die bestimmte Parteien finanziell nach oben treiben. Und auch die mediale Präsenz kann durch parteinahe Medienvertreter vor einer Kommunalwahl nicht im sonst bekannten Umfang geschaffen werden.
Bei einer Kommunalwahl haben bekanntermaßen unabhängige Wählergemeinschaften, Bürgerzusammenschlüsse oder Bürgerinitivativen ihre große Stunde. Das ist auch bei der jetzigen Kommunalwahl in Bayern nicht anders. In vielen Kommunalparlamenten werden diese Zusammenschlüsse stärker als bisher vertreten sein, während die Altparteien entwedermit Mühe und Not ihren Stimmenanteil behalten können (CSU) oder aber mitunter deutlich schlechter abschneiden als erwartet respektive erhofft (SPD, Grüne).
Bei der SPD feiert man sich trotzdem, weil man zwar gegenüber den vorhergehenden Kommunalwahlen schlechter abschneidet, in Relation zur Landtagswahl jedoch besser dasteht. Bei den Oberbürgermeisterwahlen in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt schafft es der SPD-Kandidat sogar in die Stichwahl. Dabei übersieht man in der SPD geflissentlich, dass Amtsinhaber Dieter Reiter unerwartet in eine Stichwahl muss und die SPD im Stadtrat München nur noch einen Stimmenanteil von 22 Prozent hat - ein Verlust von über acht Prozent.
Die Auszählung der Wahl wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da neben den kommunalen Parlamenten auch (Ober-)Bürgermeister und Landräte gewählt wurden. Ein vorläufiges amtliches Ergebnis auf Landesebene wird nicht vor dem morgigen Dienstag erwartet. Lediglich ein Fakt ist bereits jetzt zu vermelden: die Angst vor dem Corona-Virus hat keinen Einfluss auf die Wahl gehabt. Ganz im Gegenteil: gegenüber der vorherigen Kommunalwahl ist die Wahlbeteiligung um fast vier Prozent gestiegen.
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