Über 5.000(!) Migranten dringen nach Ceuta ein
Über 5.000(!) Migranten dringen nach Ceuta ein
Datum: 18.05.2021 - 11:15 Uhr
Ceuta liegt am nordöstlichen Zipfel Marokkos auf dem afrikanischen Kontinent. Staatsrechtlich gehört es zu Spanien, ist also EU-Gebiet. In Ceuta leben knapp 85.000 Menschen auf einer Fläche von weniger als 20 Quadratkilometern. Die Grenze zu Marokko ist befestigt, auf beiden Seiten patrouillieren Polizisten, um die Grenze zu sichern. Wobei hinsichtlich der marokkanischen Grenzer die Vergangenheitsform anzuwenden ist: sie partouillierten! Denn offensichtlich hat Marokko die Grenzkontrollen eingestellt, was am gestrigen Montag über 5.000(!) Migranten nutzten, um die Grenzanlagen zu überwinden und so illegal auf EU-Boden gelangten.
Ein Großteil von ihnen sei laut Nachrichtenmeldungen geschwommen oder mit kleinen Booten zunächst entlang des Küstenstreifens gefahren, um dann anzulanden. Einige seien sogar während der Ebbe schlicht und ergreifend zu Fuß am Grenzzaun vorbei marschiert und hätten so Ceuta erreicht.
Die spanischen Sicherheitskräfte und Behörden waren und sind mit dem Ansturm von über 5.000 Migranten hoffnungslos überfordert. Die Zentralregierung in Madrid will weitere 200 Polizisten in die Enklave entsenden; eine Entscheidung, die aber nicht dazu geeignet erscheint, die bereits in der Enklave befindlichen Migranten zurückzudrängen. Die irren nun durch die Straßen Ceutas, lungerten überall herum, bettelten um Nahrung und würden hier und da auch aggressiv. Der Großteil von ihnen bestünde aus jungen, kräftigen Männern, ein paar wenige Frauen befänden sich auch dabei.
Marokko und Spanien liegen im politischen Clinch über die Zukunft der vormaligen spanischen Kolonie Westsahara. Spanien entließ 1975 seine ehemalige Kolonie in die Unabhängigkeit, Marokko kontrolliert seitdem einen Großteil des Landes, das es militärisch nach und nach okkupiert hat. Weil Spanien den Kopf der Unabhängigkeitsbewegung der Westsahara (Polisario), Brahim Gali, wegen seiner Corona-Erkrankung behandelt hatte, ist man in Rabat verschnupft und hat vermutlich deswegen - als eine Art »Gegenleistung« - die Grenzkontrollen zu Ceuta eingestellt.
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