TV-Duell Merkel - Schulz fade, träge, öde
TV-Duell Merkel - Schulz fade, träge, öde
Datum: 04.09.2017 - 07:30 Uhr
Die einzig wirklich wichtige Erkenntnis aus dem medial groß angekündigtem TV-Duell zwischen Merkel und Schulz, das gestern Abend zur sogenannten »Prime Time« zeitgleich von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 übertragen wurde, ist die, dass Deutschland auch nach der Wahl am 24. September wieder eine große Koalition droht. Denn so sehr sich auch die Programmmacher im Vorlauf der Sendung bemüht hatten, hier einen verbalen Zweikampf zwischen Argumenten, Thesen und Begründungen herbei zu schreiben, so fade, öde und träge stellten sich die beiden Kontrahenten in der Sendung dann dar.
Schulz, der längst entzauberte Wundermann aus Würselen, versuchte hin und wieder sich den Anschein des Angreifers zu geben und schaute auch zwei oder drei Mal grimmig in die Kamera. Doch für die meisten Zuschauer, und so lauten auch die Kommentare in den heutigen Morgenzeitungen übereinstimmend, wirkte sein Angriffsmodus viel zu aufgesetzt. Schulz konnte weder stilistisch noch argumentativ überzeugen. Er trat mit gebremsten Schaum an; wohl wissend, dass er Merkel ohnehin nicht gefährden kann. Da wäre es doch schädlich, sich die eigenen Optionen auf die Fortsetzung der Großen Koalition zu verbauen. Schulz hat sich bereit gemacht, um zu Merkel ins Regierungsbett zu klettern.
Und Merkel? Sie machte das, was sie immer macht: nichts. sie ließ alles an sich abperlen, abtropfen, und machte so einmal mehr ihrem Namen in den sozialen Netzwerken alle Ehre: »Teflon-Mutti«, so wird sie oftmals bezeichnet. Genau so stellte sie sich auch dar. Nichts blieb an ihr haften, nichts schien sie zu berühren.
Was bleibt also insgesamt? Die Erkenntnis, dass dieses Duell verschenkte Sendezeit war.
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