Türkischer Verteidigungsminister träumt öffentlich von einer Großtürkei

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Türkischer Verteidigungsminister träumt öffentlich von einer Großtürkei
Datum: 17.10.2019 - 10:06 Uhr

Der von Erdogan veranlasste völkerrechtswidrige Einmarsch türkischer Bodentruppen in Syrien läuft auf vollen Touren, ein Waffenstillstand oder gar ein Rückzug der Invasionsarmee ist für den türkischen Alleinherrscher keine Option. Die weltweite Kritik lässt ihn völlig kalt; stattdessen droht er unverhohlen damit, dass er bei weiterer ihm nicht genehmer Äußerungen die EU mit denen sich in der Türkei aufhaltenden syrischen Flüchtlinge »fluten« werde. Er will angeblich in Syrien nur eine Pufferzone schaffen, um die Türkei vor Angriffen der Kurden zu schützen.

Allerdings führt sein eigener Verteidigungsminister Hulusi Akar die Worte Erdogans in einem Facebook-Beitrag ad absurdum. Akar schreibt: »Wir haben niemanden im Auge. Wir werden nur zurückbekommen, was uns gehört.« Das mag bis dahin nicht sonderlich auffällig sein. Allerdings fügt er seinem Beitrag eine Karte der Türkei bei, die in ihrem Grenzverlauf erheblich vom aktuellen Verlauf der Landesgrenzen abweicht.

Ganz Zypern gehört laut Akarscher Grenzziehung zur Türkei, ebenso die Inseln der Dodekanes wie unter anderem Rhodos. Auch auf dem europäischen Festland verzeichnet die Türkei erhebliche Landzuwächse in Griechenland und Bulgarien. Das bei Touristen beliebte bulgarische Varna will Akar der Türkei einverlieben.

Im Osten werden Landstriche von Georgien, Armenien, dem Irak und selbstverständlich Syrien eingemeindet. Erbil, Mossul und Kirkuk gehören gemäß des Planes des türkischen Verteidigungsminister der Türkei; ungeachtet dessen, dass alle drei Städte zum Territorium des Irak zugehörig sind. Aleppo wird ebenfalls eingetürkt und die türkische Grenze in einem Abwasch gleich einmal etwa 70 Kilometer nach Süden tief auf syrisches Staatsgebiet verschoben.

Solche oder ähnliche Grenzverlegungspläne und Gebietsforderungen haben in der Vergangenheit in unschöner Regelmäßigkeit zu globalen Kriegen geführt. Doch die Utopien des Verteidigungsministers eines NATO-Partners finden kaum Resonanz bei den anderen Partnerländern. Eine Nichtbeachtung mit möglicherweise fatalen Folgen.

Sven von Storch

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