Türkei will (wieder einmal) den NATO-Beitritt Schwedens blockieren
Türkei will (wieder einmal) den NATO-Beitritt Schwedens blockieren
Datum: 19.07.2022 - 11:03 Uhr
Weil die Regierung von Magdalena Andersson Schweden unbedingt in die NATO katapultieren will, war man bereit, jede Menge Konzessionen einzugehen und sich Forderungen zu unterwerfen. Dazu gehört nicht nur die bei der schwedischen Bevölkerung weitgehend abgelehnte Stationierung von Atomwaffen im Land, sondern auch die Unterwerfung unter die Forderungen des Bosporus-Despoten. Denn damit ein Land der NATO beitreten kann, bedarf es der Zustimmung aller bisherigen Mitgliedsländer. Der türkische Alleinherrscher aber war nicht wirklich gewillt, diese Zustimmung zu geben. Ihn ärgerte die von der schwedischen Regierung praktizierte kurdenfreundliche Politik.
Also forderte Erdogan kurzerhand als Gegenleistung für das Ende seiner Blockade, dass Schweden über 70 im Land lebende Kurden, die in der Türkei als Terroristen verfolgt werden, auszuliefern. Das Unglaubliche geschah: die Andersson-Regierung stimmte dieser Erpressung zu und schlidderte damit selbst nicht nur in eine veritable Regierungskrise sondern wenige Wochen vor der Reichstagswahl in den Meinungsumfragen rapide in den Keller.
Die Folge war eine Umkehr um 180 Grad, weg von der Auslieferung der Kurden an die Türkei. Das wiederum hat zu Folge, dass der türkische Alleinherrscher massiv verstimmt ist. Er hat Stockholm jetzt ultimativ aufgefordert, einen 48-jährigen Kurden an die Türkei auszuliefern. Sollte die schwedische Regierung diese Forderung nicht erfüllen, so werde er den Beitritt Schwedens und Finnlands zur NATO blockieren.
»Ich möchte noch einmal betonen, dass wir den Prozess einfrieren werden, wenn diese Länder nicht die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Bedingungen zu erfüllen«, sagte Erdoğan am gestrigen Montag.
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