Türkei sagt alle Treffen mit Schweden und Finnland ab
Türkei sagt alle Treffen mit Schweden und Finnland ab
Datum: 27.01.2023 - 10:34 Uhr
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu äußert sich nun erstmals offiziell zu dem Dänen Rasmus Paludan, der am vergangenen Wochenende den Koran vor der türkischen Botschaft in Schweden verbrannt hat: »Diese abscheuliche Tat in Schweden ist ein Hassverbrechen. Es ist ein rassistischer Akt. Niemand soll das mit dem Begriff der Meinungsfreiheit rechtfertigen, das ist irrelevant«, sagt Cavusoglu, zu CNN Türk.
Cavusoglu bringt die Koran-Verbrennung in Stockholm in direkten Bezug zu den Beitrittsverhandlungen Schwedens und Finnlands zur NATO. Man habe lange Geduld mit Schweden gehabt, so der türkische Außenminister. Die vielen Vorschläge aus Ankara seien von Stockholm ausgeschlagen worden. Zeitweise sei man sogar bereit gewesen, die Beitrittsgesuche der beiden nordeuropäischen Länder wegen der »unkooperartiven Haltung Schwedens« separat zu betrachten, um Finnland keine Steine in den Weg zu legen. Davon kehre man jetzt ab, so Davusoglu. »Derzeit gehe es nicht nehr darum, die beiden Anträge getrennt zu prüfen.« Und weiter: »Es ist ohne Sinn und Zweck, sich jetzt weiter mit Schweden und Finnland zu treffen.«
Für die Utopisten und Befürworter der NATO-Norderweiterung ist das ein schwerer Rückschlag. Das von der Biden-Administration an Ankara gelieferte Bestechungsgeld in Form von Zusage der Überstellung moderner Kampfflieger hat seinen gewünschten Zweck verfehlt. Der unberechenbare Bosporus-Despot macht jedweden Expansionsplänen der NATO einen dicken fetten Strich durch die fein säuberlich aufgestellte Rechnung.
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