Trump zieht Treffen mit Kim in Betracht
Trump zieht Treffen mit Kim in Betracht
Datum: 06.11.2017 - 09:07 Uhr
Das Klima zwischen den USA und seinen pazifischen Verbündeten Japan und Südkorea auf der einen Seite und dem fast vollständig isolierten Nordkorea unter dem dortigen Diktator Kim auf der anderen Seite könnte derzeit kaum schlechter sein. Trumps Vorstoß zu Beginn seiner zweiwöchigen Asienreise kommt daher überraschend. Er könne sich durchaus vorstellen, sich auch mit Kim »hinzusetzen und zu reden«. Das sei weder ein Zeichen von Stärke noch von Schwäche; »sich mit jemanden hinzusetzen ist keine schlechte Sache«, sagte Trump.
Vor einem halben Jahr hatte Trump bereits einen ersten Vorstoß in diese Richtung unternommen, stieß damals jedoch auf wenig Zustimmung beim nordkoreanischen Diktator. Dieser hatte stattdessen durch weitere Raketentests und verbale Ausfälle in Richtung USA für eine weitere Verschlechterung des Klimas gesorgt. Das gegenseitige Hochschaukeln gipfelte darin, dass Trump Nordkorea mit einer vollständigen Vernichtung drohte und Kim als »kleinen Raketenmann« bezeichnete. Der revanchierte sich, indem er Trump als geistig umnachtet und senil titulierte.
Trumps jetziger Vorstoß geschieht allerdings unter ganz anderen Vorzeichen als seine Offerte im Mai. Damals standen China und auch Russland noch zumindest teilweise hinter dem Regime in Pjöngjang. In der Zwischenzeit aber hat es sich Kim auch mit seinen letzten Verbündeten nahezu komplett verscherzt und sein Land quasi komplett isoliert. Die Verweigerung, eine solche Gesprächsoption wahrzunehmen, wird mit Sicherheit nicht dazu beitragen, dass die Lage des Landes sich in absehbarer Zeit verbessern wird.
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