Trump wirft südafrikanischem Präsidenten Völkermord an Weißen vor

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Trump wirft südafrikanischem Präsidenten Völkermord an Weißen vor
Datum: 22.05.2025 - 10:21 Uhr

[Siehe auch Reportages des Instituts für Strategische Studien Berlin (ISSB) HIER]

Präsident Donald Trump konfrontierte seinen südafrikanischen Amtskollegen Cyril Ramaphosa im Weißen Haus – vor laufenden Kameras. Trump warf Ramaphosa vor, er drücke die Augen vor der Verfolgung und Ermordung weißer Bauern in Südafrika. Er zeigte einen Videoclip, der unter anderem viele weiße Kreuze entlang einer Straße und Gräber ermordeter weißer Farmer zeigte.

»Wenn sie das Land einnehmen, töten sie die weißen Bauern – und den Mördern passiert nichts«, sagte Trump. Ramaphosa, der versucht hatte, sich mit Geschenken und prominenten Golfern bei Trump einzuschmeicheln, verteidigte sich mit der Aussage, dass die im Video zu hörenden Aussagen – darunter der Gesang des Völkermordliedes »Shoot the Boer« durch den rassistischen Oppositionsführer Julius Malema – nicht die Politik der Regierung widerspiegelten. Doch Trump setzte nach. Er verwies auf das neue Gesetz des Landes zur entschädigungslosen Landenteignung, das Ramaphosa im Januar unterzeichnet hatte. Das Gesetz erlaubt es dem Staat, privates Land zu beschlagnahmen, wenn dies als angeblich im »öffentlichen Interesse« liegend erachtet wird.

»Wenn hier wirklich ein Völkermord stattfinden würde, wären diese drei Herren nicht hier«, sagte Ramaphosa und zeigte auf seine weißen Delegierten – unter ihnen der Milliardär Johann Rupert. Trump unterbrach: »Aber Sie erlauben ihnen, das Land zu nehmen. Und wenn sie das Land einnehmen, töten sie den Bauern.« Trump zeigte außerdem gedruckte Zeitungsartikel über Angriffe auf Weiße und sagte, er wolle von Ramaphosa eine Erklärung zu dem, was er einen andauernden Völkermord nannte.

»Tod, Tod, schrecklicher Tod«, sagte Trump, während er die Artikel durchblätterte. Ramaphosa verwies auf die Mehrparteiendemokratie Südafrikas und das Erbe Nelson Mandelas. Sein Landwirtschaftsminister John Steenhuisen – selbst weiß – versicherte, dass die meisten Landwirte das Land nicht verlassen wollen. Doch laut dem ehemaligen US-Botschafter Patrick Gaspard war das Treffen angeblich eine »Falle« – der Zweck habe darin bestanden, Südafrika zu »demütigen«, berichtet BBC News.

Trumps Aktion erfolgte nur wenige Wochen, nachdem die USA fast 60 weißen Südafrikanern Asyl gewährt hatten, was Ramaphosa zuvor als »feige« bezeichnet hatte. Der südafrikanische Botschafter in Washington wurde inzwischen ausgewiesen, nachdem er Trump Rassismus vorgeworfen hatte. Die Organisation Afriforum, die die Afrikaner in Südafrika vertritt, sagt, dass in dem im Weißen Haus gezeigten Videoclip Material verwendet wurde, das sie bereits zuvor verwendet hatte. »Das Video zeigt, dass es echte Probleme gibt, die ernst genommen werden müssen«, sagte die Geschäftsführerin der Organisation, Kallie Kriel, gegenüber der BBC.

Sven von Storch

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