Trump wird die Swing States für sich entscheiden

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Trump wird die Swing States für sich entscheiden
Datum: 14.09.2020 - 10:16 Uhr

Die Wahl des US-Präsidenten wirkt anachronistisch und schon lange nicht mehr zeitgemäß. Statt dass der Präsident von den US-Bürgern gewählt wird, wählen diese in den einzelnen US-Bundesstaaten ihre Wahlmänner (insgesamt 538), die dann wiederum den Präsidenten wählen. Die Zahl der Wahlmänner soll sich nach der Anzahl der Einwohner der einzelnen US-Bundesstaaten orientieren, aber selbst das ist schon lange nicht mehr garantiert. Während in Wyoming ein Wahlmann nicht einmal 200.000 Wähler repräsentiert, steht in Kalifornien ein Wahlmann für das Votum von fast 700.000 Wählern. Und obwohl der District of Columbia, zu dem nur die Hauptstadt Washington gehört, kein US-Bundesstaat ist, entsendet sie dennoch drei Wahlmänner.

Das »Electoral Collage« (Wahlkollegium) aus seinen 538 Wahlmännern stimmt dann über den neuen Präsidenten und den Vizepräsidenten der USA ab. Bestimmte US-Bundesstaaten gelten als sichere Stimmen für die US-Republikaner, wieder andere gelten als sicher für die US-Demokraten. Die Wahl entscheiden werden die sogenannten »Swing States« oder auch »Battleground States«. Das sind die Staaten, bei denen nicht sicher ist, welche Partei die Wahl dort gewinnen wird und dann - eine weitere Besonderheit - alle Wahlmänner aus diesem Bundesstaat entsendet.

Kalifornien mit seinen 55 Wahlmänner ist seit jeher ein sicher Hafen für die US-Demokraten; selbst wenn die, wie jetzt, einen bekennenden Sozialisten ins Rennen schicken. Auch die US-Republikaner haben ihre sicheren Stimmen. Entscheidend werden also die Stimmen der Bundesstaaten sein, die im Laufe der Geschichte schon öfter einmal die Seite gewechselt haben, wie zum Beispiel Florida mit seinen 29 Stimmen. Lange Zeit sah es so aus, als könnte Biden einige dieser Staaten für sich gewinnen, doch in der Zwischenzeit hat sich das Blatt gewendet.

Zudem sollte eins nicht vergessen werden: in den Umfragen 2016 führte Hillary Clinton in einigen Bundesstaaten noch deutlicher vor Donald Trumps als aktuell Biden - am Wahlabend aber entschieden sich die Wähler unter anderem in Pennsylvania, in Georgia, in Ohio und Wisconsin für Trump. Allein in diesen vier Bundesstaaten waren das 64 Wahlmänner, die Clinton zuvor auf ihrer Seite verbucht hatte.

Sven von Storch

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