Transnistrien (Pridnestrowien) will nicht länger zu Moldau gehören

Veröffentlicht:

Transnistrien (Pridnestrowien) will nicht länger zu Moldau gehören
Datum: 29.02.2024 - 09:53 Uhr

Die sowjetische Expansionspolitik, erst unter Uljanow (Lenin), dann weitergeführt unter dem Massenmörder Dschugaschwili (Stalin), sorgt seit dem Zerfall in den frühen 1990er-Jahren zu jeder Menge Probleme. Die mitunter willkürlich gezogenen Regionsgrenzen, die in der Zwischenzeit zu einem Großteil zu Staatsgrenzen geworden sind, zeigen Probleme auf, die viel zu lange ignoriert wurden. Das war bei der Krim so, das war bei den beiden Donbas-Republiken Luhansk und Donezk so und das wird wohl auch bei Transnistrien respektive Pridnestrowien, so der Eigenname, der Fall sein.

Pridnestrowien ist ein schmaler, länglicher Staat zwischen Moldau und der Ukraine mit gerade einmal rund 3.500 Quadratkilometern Landfläche (zum Vergleich: Berlin hat etwa 900 Quadratkilometer Landfläche). In diesem Zwergstaat leben etwa 350.000 Menschen, von denen sich 220.000 als Russen definieren. Pridnestrowien ist de-facto ein eigenständiger Staat mit einer Hauptstadt (Tiraspol), einem gewählten Parlament (Präsident Wadim Krasnoselski und Premierminister Alexander Rosenberg) wie auch einer eigenen Währung (1 Transnistrischer Rubel = 100 Kopeken) und einer eigenen Nationalhymne (Hymne Pridnestrowien).

Dennoch verweigert die Zentralregierung Moldaus in Chisinau seit den 1900er-Jahren die Anerkennung der Unabhängigkeit und setzt Pridnestrowien politisch mehr und mehr unter Druck. Jetzt ersucht die Regierung in Tiraspol Moskau um Unterstützung bei der Wahrung der Eigenständigkeit. Tiraspol wendet sich auch an die OSZE, das Europäische Parlament, das Rote Kreuz und die Vereinten Nationen mit der Bitte, »Provokationen« zu verhindern, die zu einer »Eskalation der Spannungen« führen könnten, heißt es in einem Beitrag der Tagesschau.

Genau das machten die Vertreter der Donbas-Republiken Luhansk und Donezk nach dem Einmarsch der ukrainischen Nationalarmee im Frühsommer 2014 auch. Niemand kam den dort bedrängten Menschen zu Hilfe - bis auf Moskau.

Wiederholt sich diese Geschichte jetzt in Pridnestrowien?

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.