Tönnies legt Posten des Aufsichtsratschefs bei Schalke 04 nieder
Tönnies legt Posten des Aufsichtsratschefs bei Schalke 04 nieder
Datum: 01.07.2020 - 09:13 Uhr
Der FC Schalke 04 ist ein Verein, der wie nur wenig andere Titel und Triumphe auf der einen Seite mit Skandalen, Niederlagen und Tränen auf der anderen Seite so innig verknüpft. Vor allem aber war der Verein schon immer bekannt dafür, dass es höchst zweifelhafte Personen an die Spitze des Klubs gebracht haben. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an Günter Eichberg, den selbsternannten Sonnenkönig von Schalke. Vier Jahre (1989 bis 1993) fungierte er als Präsident, seine Eskapaden füllen Bücher.
Im Laufe der Jahre hat sich der Verein zwar umstrukturiert, an der Spitze steht jetzt ein Aufsichtsratsvorsitzender; doch nur der Name ist ein anderer, dubiose Charaktere fühlen sich offenbar nach wie vor berufen, diesen Revierklub führen zu wollen. So wie bis gestern Clemens Tönnies, der aber nicht nur wegen der Ereignisse rund um Schalke 04 in die Schlagzeilen geraten ist.
Vor knapp einem Jahr griff Tönnies mit Worten verbal schwer daneben, schon seit Monaten standen seine Schlachthöfe immer wieder wegen der Arbeits- und Unterbringungsbedingungen für Billiglöhner aus Osteuropa in der Kritik, die hohe Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Arbeiter in seiner Großschlachterei in Rheda lässt diese Kritik wieder aufleben und stellt Tönnies wieder einmal vor jede Menge unbeantworteter Fragen.
Zudem hat er es geschafft, bei Schalke 04 Verbindlichkeiten in Höhe von fast 200 Millionen Euro anzuhäufen. Quasi im Alleingang, den Oppositionelle innerhalb des Vereins ließ er geschickt kaltstellen. So ähnlich, wie es Merkel in ihrer Partei mit etwaigen Konkurrenten machte. Weil jetzt auch noch die sportliche Talfahrt hinzukam - von 17 Rückrundenspielen wurde keine einzige Partie gewonnen, die Mannschaft fiel zum Abschluss der Saison auf den 12. Tabellenplatz zurück, knapp vor Teams wie Mainz und Augsburg, aber hinter beide Berliner Klubs - zog Tönnies jetzt die Reißleine. Vielleicht aber musste er sie auch ziehen, weil man ihn sonst wie einen tollwütigen Hund vom Hof gejagt hätte. Die Fans jedenfalls hatten schon lange die Nase voll von ihm.
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