Tesla will Kobalt von Glencore beim Autobau verwenden

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Tesla will Kobalt von Glencore beim Autobau verwenden
Datum: 17.06.2020 - 10:51 Uhr

Glencore ist eine im weltweiten Rohstoffhandel tätige Unternehmensgruppe mit Sitz in der Schweiz. Genau genommen ist sie nicht irgend eine in diesem Geschäftsbereich beliebige Unternehmensgruppe, sondern die weltweit größte. 2018 erwirtschaftete Glencore mit seinen weltweit rund 62.000 Mitarbeitern einen Umsatz von fast 220 Milliarden US-Dollar. Nickel, Aluminium, Kupfer, Steinkohle und auch Kobalt gehören zu den Rohstoffen, die von Glencore selbst oder von Unternehmen gefördert werden, an denen Glencore beteiligt ist.

Vor allem die Förderung von Kobalt aus dem sambischen Bergwerk Mopani macht Glencore für die als von Lobbyisten progandistisch als umweltfreundlich dargestellte Elektromobilität und der in diesem Bereich tätigen Unternehmen sehr interessant. Deswegen war es wenig verwunderlich, dass Elon Musk, der Chef von Tesla, aktuell eine engere Zusammenarbeit zwischen seinem Autobauer und Glencore verkündete. Denn genau dieses Kobalt wird benötigt, um die Lithium-Batterien für seine Fahrzeuge herzustellen.

Nun ist es aber so, dass Glencore aufgrund diverser Geschäftspraktiken alles andere als unumstritten ist. Die Beteiligung an der russischen Holding RUSAL mit Sitz auf Jersey brachte ihr den Vorwurf der Steuerhinterziehung ein. In den kolumbianischen Steinkohlebergminen soll Glencore eine eigene paramilitärische Truppe unterhalten haben, die massiv gegen Gewerkschaftsmitglieder vorgegangen sein und manche von denen sogar getötet haben soll.

Die Kobaltmine in Sambia steht sogar gleich in mehreren Punkten in der Kritik. Nicht nur, dass durch den Kobaltabbau das Trinkwasser in einem Umkreis von über 100 Kilometern zu der Mine verseucht und Schwefeldioxid in gesundheitsgefährdender Konzentration emittiert wurde. Vor allem aber wird Glencore vorgeworfen, Kinder zur Arbeit in den Minen zu zwingen und massiv gegen Kinderrechte zu verstoßen. Terre des hommes hatte deswegen bereits vor Jahren eine Beschwerde gegen Glencore angestrengt.

Auch in den Medien wurde die Kinderarbeit in den Kobaltminen in Afrika bereits mehrfach thematisiert, doch noch immer wird von bestimmten Gruppen versucht, den Menschen hierzulande die Elektromobilität als »sauber« zu verkaufen. An jeder dieser Autobatterien klebt das Blut von Kindern - das aber wird verschämt verschwiegen.

Sven von Storch

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