Syrien_ Wird das Kalkül des Westens aufgehen_

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Syrien_ Wird das Kalkül des Westens aufgehen_
Datum: 13.12.2024 - 09:25 Uhr

Allerdings könnte es ein böses Erwachen geben, denn der neue Befehlshaber wird als Terrorist seit zehn Jahren von den USA mit einem Kopfgeld von 10 Millionen US-Dollar lieber tot als lebendig gesucht.

Damaskus ist eine der ältesten durchgängig bewohnten Städte. Es ist beeindruckend zu erleben, wenn man vom Flughafen in die Stadt fährt. Man kommt aus einer wüstenähnlichen ariden Zone in einen subtropisch grünen Bereich, der messerscharf abgeschnitten wechselt. Der erstreckt sich rund um Damaskus und wird landwirtschaftlich genutzt. Syrien war Mitte der 1970er-Jahre ein laizistischer Staat, in dem alle, ja alle Religionen ihren Platz für ein friedliches Zusammenleben hatten. Das war noch zu Zeiten von Assad dem älteren.

Baschar al-Assad, der jüngere, lebte als Augenarzt in London. Als Nachfolger von Assad dem älteren war der ältere Bruder von Baschar vorgesehen. Der kam aber bei einem Unfall ums Leben und so musste der jüngere seinem Vater folgen als Präsident. Baschar wollte das nicht, wollte nie Präsident werden, ließ sich aber dann doch überreden, dem Vater nachzugeben. Baschar al Assad ist zu der damaligen Zeit ein guter Mensch. In einem Interview vor etwa 12 Jahren hat er auf die Frage geantwortet, warum er Augenarzt geworden ist: »Da kann ich den Menschen am besten helfen und es fließt dabei am wenigsten Blut.«

Baschar ist aber weder ein Machtpolitiker, noch hat er Ahnung von militärischen Angelegenheiten. So war er in dieser Hinsicht überfordert. Insbesondere als der Westen, allen voran die USA, 2013 Waffen und im US-Camp Bondsteel im Kosovo ausgebildete Terroristen ins Land für einen Umsturz geschickt hatten, muss man davon ausgehen, dass er sein Militär, seine Generäle nicht wirklich führen konnte. Immer hatte er das Problem mit seinen Generälen, dass diese frustriert waren, wenn Baschar ihnen nicht erlaubte, angemessen auf die Angriffsaktionen zu reagieren.

Aber warum gab es überhaupt das Regime von Assad dem Älteren? Das ist eine lange, leidvolle Geschichte, bestimmt von fremden Mächten. Hier ganz kurz: bis 1916 gehörte Syrien zum Osmanischen Reich. Es herrschte Frieden. Dann kamen die Engländer, zerschlugen das Osmanische Reich und teilten sich diese Gegend mit Frankreich. Syrien gehörte zu Frankreich. Es folgte eine lange Reihe von Betrug, Gewalt und wechselnder Besatzung bis am 17. April 1946 die »Arabische Republik« ausgerufen worden ist. Diese führte aber nicht zu Ruhe und Frieden.

Syrien ist seit 1916 ein Pulverfass und so war es immer einfach, bis eben heute, dort Aufstände zu schüren. Es loht sich, die Geschichte Syriens ausführlicher zu betrachten, zum Beispiel hier. Syrien ist seit 1916 ein Staat, dessen Existenz und Grenzen von England bestimmt sind. So, wie die gesamte Aufteilung des Nahen und Mittleren Ostens in kleinere Staaten. Betrachtet man diese Aufteilung sieht man, dass diese Grenzziehungen nicht geeignet sind, Ruhe und Frieden zu bringen. England hat dort erreicht, einen ewigen Konfliktherd zu schaffen. Und nicht vergessen: Bis 1916, bis die Engländer kamen, gab es keinen Hass oder Feindschaft zwischen Juden und Arabern.

Assad muß weg! Warum auch immer. Dieses Ziel ist erreicht. Aber kann man jetzt erwarten, dass für die Menschen dort irgendetwas besser wird? Jetzt steht der neue Machthaber in Syrien, der HTS Anführer Abu Muhammad al-Joulani, an der Spitze des Landes. Vor über sieben Jahren wurde von den USA ein Kopfgeld auf diesen IS- & Al-Qaida-Terroristen gesetzt. Schon vor Jahren sprach al-Joulani von der Befreiung Damaskus und Jerusalems aus den Händen der Ungläubigen. Dies will er jetzt verstecken, aber dafür hat er seine Kollegen, die das jetzt offen vor der Kamera ausschreien. Alle loben Allah für den Sieg und beten, Jerusalem und die Al-Aqsa-Moschee aus den Händen der Juden zu befreien. Es muss klargestellt werden, Syriens wurden nicht von Engeln befreit, sondern von Dschihadisten.

Sven von Storch

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